Renn-Experte: Nordschleife am Nürburgring ist Weltsensation
Rheinland-Pfalz. Der Schatz des Nürburgrings ist die Nordschleife. Davon ist der Formel-1-Kenner Achim Schlang (65) fest überzeugt. Wir sprachen mit ihm über die Eigenarten Ecclestones und seine Liebe zur Eifel-Strecke
Schlang, Autor von über 30 Rennsport-Büchern, hat wenig Sinn für Klamauk und Kirmes entlang der Eifel-Rennstrecke. Für ihn ist die Nordschleife eine „Weltsensation“. Schlang gehört zu dem erlauchten Kreis der Ehrenmitglieder im Pressekorps des internationalen Dachverbands des Automobils (FIA) in Paris. Er lebt in einem kleinen Dorf bei Lübeck. Den Nürburgring kannte er früher so gut, dass er die Strecke in Gedanken mit allen Brems- und Einlenkpunkten fahren konnte. Hier das Interview:
Viele Fans und Freunde des Nürburgrings fragen, ob die Formel 1 dort noch Zukunft hat, weil die rot-grüne Regierung den Landeszuschuss runterfahren will. Wie wichtig ist Chefvermarkter Bernie Ecclestone die Eifel-Rennstrecke?
Ecclestone hat ein Faible für Deutschland. Nicht umsonst sind der Safetycar-Fahrer Bernd Mayländer und der technische Delegierte Jo Bauer Deutsche. Aber Ecclestone ist trotzdem Geschäftsmann. Andere Länder rennen ihm die Türen ein. Er braucht den Nürburgring nicht unbedingt.
Braucht er einen Großen Preis in Deutschland?
Er möchte einen, aber auch das ist nicht zwingend. Was er braucht, sind Rennen in Europa – an Standorten mit großer Tradition. Aber das kann auch Monza in Italien oder Spa in Belgien sein.
Sie haben ihn mehrfach persönlich getroffen. Wie tickt Ecclestone?
Er ist sehr erfolgsorientiert. Was er macht, das macht er richtig. Seine Konsequenz wird oft mit Härte verwechselt. Ecclestone haut niemanden übers Ohr. Er steht bis auf vier Stellen hinter dem Komma zu seinem Wort. Alles wird bei ihm präzise und verlässlich geregelt.
Können Sie Beispiele für diese Eigenart nennen?
Ich kann dazu eine Anekdote erzählen. Als ich ihn in London interviewen wollte, baute unser Fotograf gerade seine Kameratechnik auf. Daraufhin beschwerte sich Ecclestone, dass von einem Fotografen nie die Rede gewesen sei. Also schickte ich den Fotografen weg. Ecclestone brachte ich höflich nah, dass dies ein Fehler sei: Selten habe er so gut, frisch und jung ausgesehen. Daraufhin verließ er den Raum. Ich dachte schon, das Interview wäre geplatzt. Aber er rannte zu dem Fotografen, der seine Sachen ins Auto packte, und bat ihn wieder zu uns herein. Als ich zweieinhalb Jahre später erneut ein Interview mit ihm ausmachte, erinnerte er sich noch genau an diese Szene. Ecclestone hat ein phänomenales Gedächtnis. Er hat alles genau im Kopf. Erst ist im hohen Alter hat er begonnen, sich hin und wieder etwas aufzuschreiben.




















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