Osterspai atmet auf: Bombe entschärft
Osterspai. Um 20.15 Uhr gestern Abend gibt der Kampfmittelräumdienst Entwarnung. Dietmar Schmid und sein Team haben die 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe entschärft.
Die Polizei hebt die Sperrungen der Bundesstraßen auf, nach und nach nehmen Züge und Schiffe wieder Fahrt auf, die 1250 Osterspaier kehren in ihre Häuser zurück, die Anspannung fällt langsam von allen Beteiligten ab. Sie haben die erste Bombenentschärfung in der Verbandsgemeinde Braubach dank enger Zusammenarbeit und einem minutiös abgestimmten Plan mit Bravour gemeistert.
14 Uhr: Ab jetzt gibt es auf dem Rheinsteig kein Durchkommen mehr. Lotse Klaus Engemann hängt oberhalb von Braubach und bei Filsen Sperrschilder auf dem Fernwanderweg auf. Auch die Zuwege lässt er nicht aus. Ob sich wirklich alle daran gehalten haben, können die Ordnungskräfte nicht mehr überprüfen. Rolf Trennhäuser, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde Braubach: "Wir müssen auf die Vernunft der Wanderer hoffen. Den Wald können wir nicht komplett und immer überwachen."
16 Uhr: Nach und nach verlassen die etwa 160 Gäste des Campingplatzes "Sonneneck" gegenüber von Osterspai den Campingplatz.
17.28 Uhr: Die Einsatzkräfte der Polizei, benachbarte Wehren aus Filsen, Kamp-Bornhofen und Lahnstein sowie die drei Abteilungen der Schnellen Einsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes treffen ein.
17.52 Uhr: Zwei Gruppen der Osterspaier und Filsener Wehren fahren vom Gerätehaus außerhalb des Dorfes bis zur Brücke in der Elligstraße. Nur wenige Meter weiter liegt die Bombe. Die Mannschaft teilt sich auf. Ober- und Unterdorf werden in Zweierteams systematisch abgesucht nach Verbliebenen.
18.09 Uhr: In Osterspai herrscht Totenstille. "Ein Geisterdorf. So ruhig ist es hier sonst nie, es sei denn, es ist drei Uhr nachts", meint Mike Diesler, als er durch die Hauptstraße geht, die menschenleer ist. Überall sind die Rollladen heruntergelassen.
18.44 Uhr: Mit einem entschuldigenden Lächeln im Gesicht saust eine Osterspaierin an Zugführer Günther Bode vorbei. Sie hatte verschlafen und verlässt das Dorf nun auf dem schnellsten Wege. Geweckt wurde sie durch ihren Hund, der vom Klopfen der Feuerwehr aufgeschreckt wurde. Die Polizei muss außerdem ein Pärchen auffordern, ihr Haus zu verlassen. Die beiden wollten gerade noch ihre Zähne putzen.
18.58 Uhr: Eine ältere, hilfsbedürftige Frau wird vom DRK nachträglich evakuiert. Sie konnte nicht auf sich aufmerksam machen. Aber sie ist in Begleitung ihres Hundes, auf den sie nicht verzichten möchte. Für den muss das DRK allerdings noch eine Unterkunft suchen. Glücklicherweise können beide zusammenbleiben und kommen in einem Altenheim in Lahnstein unter.





















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