Nürburgring plant weiterhin Kündigungen
Mainz - Die Privatbetreiber des defizitären Nürburgrings halten auch nach einem Krisengespräch mit der Landesregierung an den geplanten Kündigungen fest. Der Streit über Pachtzahlungen schwelt nach einem Treffen am Montag mit dem rheinland-pfälzischen Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) weiter. Lewentz kündigte eine rechtliche Prüfung bis Februar an und sprach von einem «sehr ernsten Gespräch».
Der Minister verteidigte die Zahlung zweier Kredite von rund acht Millionen Euro 2011 an die größtenteils landeseigene Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH, stellte aber vorerst kein weiteres Geld in Aussicht. Die Gespräche über Formel-1-Rennen sollen Chefsache von Lewentz werden.
Die Nürburgring-Pächter Jörg Lindner und Kai Richter sprachen am Montag rund eineinhalb Stunden mit Lewentz in Mainz über Finanzfragen. Die Betreiber wollen wegen Besuchermangels einen Teil der Freizeitanlagen am Ring längerfristig schließen und nur bei Veranstaltungen öffnen. 92 Stellen sollten gestrichen werden, darunter 55 Kündigungen, sagte Richter. Lindner zeigte sich zuversichtlich, die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen und die Pacht zu zahlen. Lewentz lehnt eine Dauerschließung von Gebäuden ab. Er sagte am Montag, wenn vorübergehend eine Auslastung in einzelnen Aspekten nicht möglich sei, «wird man das akzeptieren müssen».
Der Minister betonte, die Landesregierung habe ein «hohes Interesse (...), dass die Mitarbeiter dort beschäftigt bleiben können». Die Gespräche gingen weiter. «Es gab keine Frage an uns, ob wir frisches Geld hineingeben müssen in das Unternehmen. Ich habe aber schon die Ernsthaftigkeit der Situation beschrieben.» Der «Spiegel» berichtete, das Land habe den defizitären Nürburgring 2011 mit weiteren Millionen Euro unterstützt. Die Pächter schulden dem Land laut Lewentz rund vier Millionen Euro, hierzu läuft ein Mahnverfahren. Dazu kommt ein Konflikt über die Zahlung von Mitteln aus einer Tourismusabgabe.
Die frühere SPD-Regierung hatte den Freizeitpark bauen lassen. Er gilt als überdimensioniert. CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner kritisierte, dass die beiden Kredite des Landes für den Nürburgring 2011 am Parlament vorbeigeflossen seien.
Wann die Formel 1 das nächste Mal in der Eifel rollt, ist offen. Die Privatbetreiber baten Lewentz nach dessen Angaben, die nächsten Gespräche mit Chefvermarkter Bernie Ecclestone selbst zu führen, nach Vorgesprächen der Manager. Lewentz sagte: «Mir reicht das, wenn 2014 oder 2015 ein Rennen läuft.» SPD-Fraktionschef Hendrik Hering kann sich ein weiteres Rennen schon im nächsten Jahr vorstellen, das hatten die Grünen abgelehnt.




















Diesen Artikel versenden