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Nürburgring: Werden NAG-Chefs vor die Tür gesetzt?

Nürburg - Die rheinland-pfälzische Landesregierung zieht derzeit eine Räumungsklage gegen die bereits gekündigten privaten Ring-Betreiber in Erwägung. Das sagte Innenminister Roger Lewentz am Donnerstag beim zweiten runden Tisch mit dem Betriebsrat der Nürburgring Automotive GmbH (NAG), Landes- und Kommunalpolitikern sowie Gewerkschaftsvertretern in der Nürburger Graf-Ulrich-Halle.

Heinz Hoffmann, Betriebsratschef der Automotive.
Jan Lindner

Die NAG-Chefs haben laut dem Betriebsrat bislang noch keine Kündigung ausgesprochen, die zum Ende des ersten Quartals wirksam würde (Stichtag wäre der 17. Februar). Im Gegenteil: Die Geschäftsführung hat dem Betriebsrat jetzt laut der Gewerkschaft Verdi mitgeteilt, dass sie für die neue Saison 16 (Leih-)Arbeitnehmer einstellen will - für die Bereiche Sicherheit, Streckensicherung, Säuberung und Hausmeistertätigkeiten.

Allerdings muss der Betriebsrat diese Einstellungen bewilligen. Anfang Januar hatte er die Einstellung von 16 Personen abgelehnt. "Damals hat der Betriebsrat seine Ablehnung mit den geplanten Massenentlassungen begründet", sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Jürgen Rinke-Oster. Eine Entscheidung zu den jüngsten Anträgen stehe noch aus: "Aber ich kann mir vorstellen, dass die Entscheidung ähnlich wie im Januar ausfällt."

Innenminister Lewentz indes kann sich "sehr gut vorstellen, dass wir eine Räumungsklage auf den Weg bringen. Wenn man sieht, wie leider mit den Gebäuden umgegangen wird." Zudem hat die Landesregierung die NAG-Chefs nun schriftlich aufgefordert, "den Pachtgegenstand bis zum 29. Februar herauszugeben". Für eine mögliche juristische Auseinandersetzung sieht sich Lewentz gewappnet: "Wir haben die Handhabe zu einer Klage. Es ist derzeit nicht absehbar, wann wir Zugriff auf den Pachtgegenstand bekommen."

Verdi-Landesbezirksleiter Uwe Klemens spürt, dass "sich die Region für einen Neuanfang aufstellt". Sollte es dann so weit sein, gebe "es die Überlegung, eine hohe Prozentzahl der derzeit rund 340 Arbeitsplätze zu halten". Auf eine Zahl wollte sich Klemens nicht festlegen. Sollten die Ring-Chefs nun doch noch Mitarbeiter kündigen, greife für "Verdi-Mitglieder das ganze Repertoire zum Kündigungsschutz". Für Klemens ist klar: "Wir müssen schnell handeln. Es ist den Beschäftigten und der Region nicht zuzumuten, dass sich die Sache eineinhalb Jahre hinzieht."

Dem wollte Betriebsratschef Heinz Hoffmann nicht widersprechen: "Für die Belegschaft ist es sehr bedrückend, dass die Führungsfrage derzeit nicht klar geregelt ist." Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Licht sprach sich für eine schnelle Abwicklung aus: "Für die Beschäftigten wäre der psychische Druck in den nächsten eineinhalb Jahren nicht verkraftbar." Sollte die Region nun in ein Zukunftskonzept eingebunden werden, sollte "es diesmal kein Sprücheklopfen der Regierung wie in der Vergangenheit geben".

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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