Nürburgring: Durchs Lkw-Spalier zum Country-Festival
Nürburgring. Wenn Stetson, Cowboystiefel und Ledermäntel am Nürburgring angesagt sind, auf den Park- und Campingplätzen Lkw-Fahrer Wagenburgen bauen und Country-Musik aus allen Lautsprechern schallt, ist Truck-Grand-Prix in der Eifel. Am Wochenende ging die Jubiläumsausgabe, der 25. „Truck“, über die Bühne.
Der Motorsport hat viele Gesichter. Doch keines ist so facettenreich wie das des Truck-Grand-Prix am Nürburgring. Das bestätigen gut 200 000 begeisterte Besucher, die übers Wochenende auf den Tribünen spannende Lkw-Rennen verfolgten, das größte Country-Musik-Festival Europas feierten und sich im Fahrerlager über neueste Technik in der Nutzfahrzeugbranche informierten. „Vielfalt, ein Programm für die ganze Familie und zivile Preise sind unser Anspruch und unser Erfolgsrezept“, sagt Dieter Enders, Vorsitzender des ADAC Mittelrhein, der die Veranstaltung vor 25 Jahren ins Leben gerufen hatte.
Dieser Mix aus Show, Sport und Information ist es auch, der Manni Garzorz und seine Frau Annette aus Essen seit 15 Jahren an den Ring lockt. Wie zum Beweis zeigen sie die an ihren Cowboyhüten befestigten Pins, die ihre ununterbrochene Zugehörigkeit zur großen Truckerfamilie am Ring von 1996 bis 2010 dokumentieren. Auf der Mercedes-Tribüne haben sie ihren Stammplatz, verfolgen jedes Rennen der mehr als 1000 PS starken Trucks. „Wie die Jungs mit den Dingern über die Piste donnern, ist schon atemberaubend“, sagt Manni, der selbst jeden Tag auf dem Bock sitzt und zwischen Essen und Bremerhaven auf Tour ist.
Ehefrau Annette zeigt dazu ganz stolz die Bilder, die die beiden im Fahrerlager von ihren Helden hinter dem Lenkrad geschossen haben. Er mit Gerd Körber, dem Volkshelden unter den Racetruckern, sie mit Rennfahrerlegende Hans-Joachim „Striezel“ Stuck, der bereits zum zweiten Mal als Gastfahrer beim Truck-Grand-Prix startet.
Während beim zeitgleich am Hockenheimring stattfindenden Formel-1-Rennen das Fahrerlager einem Hochsicherheitstrakt gleicht, ist das mobile Zuhause von Fahrern und Mechanikern beim „Truck“ die große Flaniermeile für die Zuschauer. Fahrer und Mechaniker, die in den Rennpausen an ihren Maschinen basteln, Ausstellungen historischer Lkw, Nutzfahrzeugen und des Transportgewerbes werden von einem fachkundigen Publikum bestaunt. Polizei, TÜV und Dekra geben Tipps in Sachen Ladungssicherung, Lenkzeiten oder gesunder Ernährung. Und wer sich das Ganze aus luftiger Höhe anschauen will, der kann sich von einem Kran 103 Meter hoch über das Gelände heben lassen.




















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