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Nürburgring: Land sieht kein großes neues Finanzloch

Rheinland-Pfalz. Ist am bislang 330 Millionen Euro teuren Nürburgring schon wieder ein neues Finanzloch von mehr als 30 Millionen Euro aufgetaucht? Diese Nachricht empört zumindest CDU und FDP, die an dem Zukunftskonzept zweifeln. Sie verlangen Klarheit. Doch Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) versteht die ganze Aufregung nicht. Denn aus dieser notwendigen Zwischenfinanzierung ist nach seinen Worten kein Hehl gemacht worden. Nur: Sie wurde öffentlich bisher von ihm auch nicht genau beziffert.

Von unserer Redakteurin Ursula Samary

 

Der Minister hat eine andere Lesart der komplizierten Materie und der Konsequenzen aus dem Finanzierungsdesaster, das er von dem Ex-Ringchef Walter Kafitz und dem Ex-Finanzminister Ingolf Deubel geerbt hat. Sein Zukunftskonzept: Die nahezu landeseigene Nürburgring GmbH finanziert die Investitionen von 330 Millionen Euro über Kredite der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB).

Pächter des Rings ist die Nürburgring Automotive GmbH, die je zur Hälfte der Lindner-Hotelgruppe und dem Düsseldorfer Unternehmer Kai Richter gehört. Sie soll die Finanzlasten des Landes über die Pacht komplett abtragen. Aber dafür brauchen sie, erklärt Hering seit Monaten, „eine Einschwungphase“, weil eine kostendeckende Pacht nicht sofort erwirtschaftet werden kann. Die Mindestpacht beträgt 2012 fünf Millionen Euro, 2013 dann zehn und von Mai 2013 an 15 Millionen im Jahr.

 

Jetzt werden aber auch Zahlen bekannt, wie teuer die sogenannte Einschwungphase wird: Es wird eine Zwischenfinanzierung von 34,4 Millionen Euro bis 2015 gebraucht. Diese Summe steht im Geschäftsplan, den der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH schon im September 2010 beschlossen hat. Aber Hering rechnet vor, dass aus heutiger Sicht bis 2015 höchstens zehn Millionen Euro vom Land zwischenfinanziert werden müssen.

 

Und so kommt Hering auf die zehn Millionen: Er rechnet von den 34,4 Millionen Euro die bis Mai fällige Pacht von gut zwei Millionen Euro ab, außerdem die Tilgungen von 13,5 Millionen Euro in den Jahren 2014 und 2015. Zudem muss die ISB den Gewinn aus dem Kredit in Höhe von acht Millionen Euro ans Finanzministerium abliefern. Und: Die Firma CST, die am Ring das bargeldlose Bezahlsystem organisiert, muss ihre Kredite zurückzahlen. „Mindestens zwei Millionen bis 2015.“ Deshalb hält Hering den Finanzierungsbedarf für überschaubar.

 

Die Finanzierung des Freizeit- und Geschäftszentrums musste 2009 auf völlig neue Füße gestellt werden, nachdem die vom Land geplante Privatfinanzierung geplatzt war. Ein vermeintlich superreicher US-Investor hatte nur ein Konto mit einer Handvoll Dollar. Deshalb war Minister Deubel zurückgetreten, Ringchef Kafitz später fristlos entlassen worden. Mit der gescheiterten Finanzierung beschäftigen sich immer noch Staatsanwaltschaft und ein Untersuchungsausschuss.

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Leserkommentare (19)

1
von eifler vom 12.01 - 08:30 Uhr
Frechheit ! Neben den 330 Millionen für den Freizeitpark jetzt auch 53,5 Millionen (inkl. Altschulden) an Steuergeld !! für die Formel 1. Jede ...
2
von Woody Alien vom 12.01 - 08:55 Uhr
Warum kümmerte die sich nicht? Sind doch nicht nur in Bars gewesen. Die haben offenbar keinen Wirtschaftssprecher?! Die einzigen, die das ...
3
von googlehupf vom 12.01 - 10:16 Uhr
[QUOTE=Kritisch;13258]Auszug : "Jetzt werden aber auch Zahlen bekannt, wie teuer die sogenannte Einschwungphase wird: Es wird eine ...

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