Nürburgring: Formel 1 bringt Aufschwung
Nürburgring - Die Formel 1 gibt wieder richtig Gas auf dem Nürburgring. Die Werbung läuft auf vollen Touren. Jede Woche gehen im Schnitt bis zu 2000 Tickets weg.
Kurz vor dem Saisonstart in Melbourne haben bereits 12 500 Fans ihre Eintrittskarte für das Rennen am 7. Juli gelöst. Sie wollen miterleben, ob es Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel zum ersten Mal gelingt, den Großen Preis auf dem Eifelkurs zu gewinnen. „Wir sind mit dem Ticketverkauf sehr zufrieden“, meinte Pietro Nuvoloni, der Sprecher der beiden Sanierer Thomas Schmidt und Jens Lieser, die am Nürburgring das Sagen haben.
Lange war unklar, ob die Stars der Rennsportszene wie Fernando Alonso, Mark Webber oder Nico Rosberg in diesem Jahr in der Eifel um Titel und Punkte kämpfen würden. Nach der Pleite der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH, der Rennstrecke, Hotel und Freizeitpark gehören, waren die Kassen leer. Rennsportstätten und der überdimensionierte Freizeitpark wurden zum Insolvenzfall. Kein leichtes Unterfangen, die Formel 1 unter diesen Bedingungen in die Eifel zu holen.
Rennsportler ist seit langem mit Nürburgring verbunden
Bernie Ecclestone, der Chefvermarkter der Königsklasse, war bislang nicht bekannt dafür, allzu großzügig mit klammen Veranstaltern umzugehen. Doch alle, die ihn kennen, bestätigen, dass der große (und umstrittene) alte Mann des Rennsports eine gewisse nostalgische Verbundenheit zum Nürburgring pflegt. Ob das am Ende den Ausschlag gegeben hat?
Jedenfalls ging Ecclestone auf ein reichlich untypisches Geschäft ein. Nach monatelangen Verhandlungen verzichtet er am Nürburgring auf die Fahrerfeldgebühr, die knapp 20 Millionen Euro betragen soll. Die hatte die staatliche Besitzgesellschaft (und damit das Land) früher zu überweisen, damit der Formel-1-Zirkus überhaupt in der Eifel gastiert. Im Gegenzug veranstaltet Ecclestone nun das Rennen selbst. Folglich erhält sein Unternehmen, die Formula One Group, einen „weißen“, also werbefreien Ring, den es komplett vermarkten kann.
Seinen Schnitt wird der Matador des Rennsports dennoch machen, schließlich verdient die Formula One Group kräftig an den Fernsehrechten sowie den Sponsoren- und Werbeverträgen. Fakt ist aber dennoch: Ecclestone musste am Nürburgring einen Preisnachlass gewähren, der locker bei 10 bis 14 Millionen Euro liegen könnte. Denn bislang hat die Formel 1 den jeweiligen Veranstaltern am Ring nur so um die 6 Millionen Euro eingebracht, das ist nicht einmal ein Drittel der Fahrerfeldgebühr, die Ecclestone früher kassierte. Daher bleiben die Details des Vertrags auch streng unter Verschluss.





















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