Stadtwerke-Chef nach Gänsekeulen-Affäre vor dem Rauswurf
Neuwied - Unter die sogenannte Gänsekeulen-Affäre von Neuwieds Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Hillesheim will der Stadtrat am Donnerstagabend einen Schlussstrich ziehen. Oberbürgermeister Nikolaus Roth hat zu einer Sondersitzung eingeladen. In dieser wird nach Lage der Dinge die fristlose Entlassung des Geschäftsführers beschlossen.
Noch hoffen die Neuwieder Kommunalpolitiker darauf, dass eine Einigung über einen Aufhebungsvertrag zustande kommt. Sollten die Verhandlungen scheitern, würde die Entlassung erfolgen, heißt es. Der Stadtwerkechef hatte seiner Lebensgefährtin die Nutzung der Hallenbadküche erlaubt. Sie bräunte dort mehrfach die Gänsekeulen, die sie anschließend in ihrer Gaststätte verkaufte. Der neue Küchenchef der Deichwelle hatte den Küchenmissbrauch auffliegen lassen.
Die Stadt Neuwied hat darum Strafanzeige gegen Hillesheim erstattet. Strafrechtlich hat der Fall jedoch keine große Dimension: Es geht "ausschließlich um die Höhe der Stromkosten für die Zubereitung der Speisen für private Zwecke" - maximal 50 Euro, erklärt die zuständige Oberstaatsanwältin Gertraud Harnischmacher.
Arbeitsrechtlich ist die Sache heikler: Von zentraler Bedeutung ist die Frage, ob Dirk Hillesheim anfänglich vorhatte, seiner Lebensgefährtin die Nutzung der Küche kostenlos einzuräumen. Nach RZ-Informationen hat die Engerser Wirtin nach Bekanntwerden der Vorwürfe von der Deichwellen-Leiterin Annette Engel-Adlung hektisch eine Rechnung verlangt und diese umgehend bar beglichen.
Vor allem SPD-Fraktionsführer Sigurd Remy hatte die Gänsekeulen-Affäre zum Eskalieren gebracht, weil er im Stadtrat anfangs alle Vorwürfe gegen Dirk Hillesheim mit Bausch und Bogen zurückwies und schon vor Erstellung des juristischen Gutachtens zu Protokoll gab, am Ende werde am Stadtwerke-Geschäftsführer „nichts hängenbleiben“. Mittlerweile lautet die Devise der SPD: "Abwarten".
mp




















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