Mainzer Rosenmontagszug: Wulff hängt in den Seilen und Merkel geht im Tanga auf die Straße
Mainz - Merkel im Tanga, ein angeschlagener Bundespräsident Christian Wulff im Boxring und sogar das Versagen der Verfassungsschützer bei der Nazi-Mordserie: Der Mainzer Rosenmontagszug nimmt wieder viel Politik auf die Schippe und schreckt auch vor schwierigen Themen nicht zurück.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) macht mit grimmigem Blick und rutschender Hose Kopfstand. Unten liegen ihre abgerissenen Blazerknöpfe mit den Aufschriften "Atomausstieg", "Hauptschule" und "Mindestlöhne", oben prangt das Wort "Kehrtwende". Das affärengeplagte Staatsoberhaupt Wulff dagegen hängt mit Pflastern auf der Stirn, Boxhandschuhen und schwarz-rot-goldener Krawatte wirr in den Seilen.
15 Motivwagen beim Mainzer Zug
Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) lüftete bereits am Dienstag diese und andere Geheimnisse seines 111. Rosenmontagszugs. Er rechnet wieder mit einer halben Million Zuschauer zu Beginn nächster Woche in der 200.000-Einwohner-Stadt. Gut 9500 Teilnehmer sind in dem sieben Kilometer langen Zug mit von der närrischen Partie. Die 15 Motivwagen nehmen auch den Mainzer Fluglärm, den Rücktritt des angeschlagenen Oberbürgermeisters Jens Beutel (SPD), die Macht der Rating-Agenturen und die kriselnde FDP aufs Korn.
Selbst vor dem mutmaßlichen Versagen von Behörden bei der Aufklärung der rechtsradikalen Mordserie der vergangenen Jahre schreckten die Wagenbauer nicht zurück: Zu drei V-Leuten mit Sonnenbrillen neben einer Leiche in einer Döner-Bude heißt es: "Nichts hören, sagen, sehen? Man kann es nicht verstehen! V-Männer vom Verfassungsschutz verdreckten sich mit rechtem Schmutz, statt braunen Terror abzuwehren halfen sie, ihn zu vermehren." dpa





















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