Loreley: Fans müssen mit Matsch rechnen
Loreley - Schlammschlacht statt genussvoller Konzertabend: Enttäuschte Besucher der Loreley-Freilichtbühne berichten von "katastrophalen Bedingungen auf dem Parkplatz". Vertreter der Rettungskräfte, Polizei und Stadt sowie Betreiber der Bühne sehen den Vorfall eher gelassen.
Die Konzerte auf der Loreley-Freilichtbühne sind seit jeher legendär, die Parkplatzsituation aber ist problematisch. 10.000 Wiesen-Parkplätze stehen auf dem Plateau hoch über dem Rhein zur Verfügung, aber nur eine Zufahrt führt zum Gelände der Loreley-Bühne. Die "Schlammschlacht" nach dem Udo Jürgens Konzert am 29. August hat gezeigt, dass es schwierig ist, alle Besucher zügig mit ihren Autos vom Gelände zu lotsen.
Rund 2500 Karossen standen an diesem Abend auf den Wiesen über dem Gelände, etwa 25 davon, so die Polizei, blieben bei der Abreise im Matsch stecken und mussten mit Traktoren wieder herausgezogen werden. Da haben selbst die verbreiterten Ausfahrten und 40 Tonnen Kies nichts genutzt, die vor Konzertbeginn auf die Wege gestreut wurden. Etliche ruinierte Schuhe, Hosen und Mäntel beklagen die Konzertbesucher, die teils in Unterwäsche die Heimreise fortsetzten.
Wissend um die Problematik des Geländes haben Polizei, Verbandsgemeinde Loreley und die Betreiber gemeinsam ein neues Verkehrskonzept entwickelt: Die Zuwegung wird bei Veranstaltungen zu zweispurigen Einbahnstraße, die Autos parken nur noch schräg zum Hang. "Das funktioniert im Normalfall recht gut", sagt Edgar Friesenhahn, Leiter der Polizeidienststelle St. Goarshausen. Gegen den tagelangen Dauerregen konnte aber auch das neue Konzept nichts ausrichten.
Laut Polizei und Rettungskräften sei die Sicherheit der Konzertbesucher nicht beeinträchtigt. Eine direkte Rettungsroute bestehe losgelöst von der eigentlichen Streckenführung, so dass das Bühnengelände immer schnell erreicht werden könne. DRK und Feuerwehr sind bei jeder Veranstaltung an Ort und Stelle stationiert. Die Bühne ist über einen Seitenweg mit Rettungs- oder Löschfahrzeugen zu erreichen - nicht allerdings der Zuschauerraum. Verliert man da im Ernstfall nicht wichtige Sekunden? "Die Rettungskräfte sind ja in unmittelbarer Nähe", beschwichtigt Ralf Reckermann, Wehrleiter der VG Loreley. "Wir sehen das unkritisch." Das Konzertgelände selbst entspreche den Sicherheitsstandards.
Bleibt also das Parkplatz-Problem. "Wir können das Gelände ja nicht zubetonieren", sagt Daniel Daum. Im Rahmen eines umfangreichen Sanierungskonzeptes der Bühne soll aber auch die Parkplatz-Situation angegangen werden. Wie allerdings ist noch nicht klar. Die zehntausend Besucher, die morgen Abend zum Konzert von Xavier Naidoo auf der Loreley-Freilichtbühne erwartet werden, könnten Glück haben. Der Wetterfrosch prophezeit Sonne.
Michaela Cetto




















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