Koblenz: Täter versenkt Leiche im Rhein
Koblenz - 33 Jahre alt ist der gebürtige Russe geworden, dann starb er in der Koblenzer Wohnung einer Bekannten nach 35 Stichen und Schnitten in seinen Körper. Der geständige Täter muss sich seit gestern vor dem Schwurgericht wegen Totschlag verantworten.
Adrett gekleidet sitzt der 39-jährige Angeklagte neben seiner Verteidigerin. Er ist ein Landsmann des Opfers und lebt seit 1998 in Koblenz. Mit dem später Getöteten war er bekannt, aber nicht befreundet. Oft gab es Streit zwischen den beiden, und es kam zu Schlägereien. Beide griffen regelmäßig zu Heroin.
Um Heroin ging es auch am Tattag, dem 22. Januar dieses Jahres. „Die Bekannte bestellte mich in seinem Namen in die Wohnung", berichtet der Angeklagte, „er gab mit Geld, weil ich Heroin besorgen sollte. Er selbst hat so einen schlechten Ruf, dass er die Droge nirgendwo bekam." Nach den weiteren Ausführungen des 39-Jährigen machte er sich auf den Weg, fand aber keinen Verkäufer. Er ging in die Wohnung zurück. Man trank Wein und Bier. Wieder gab es heftigen Streit mit üblen Beschimpfungen.
„Da griff ich eine Flasche und schlug sie ihm auf den Kopf. Die Flasche ging kaputt, und ich stach mit dem zerbrochenen Stück weiter auf ihn ein, auch als er schon am Boden lag. Wut und Angst trieben mich. Plötzlich hatte ich ein Messer in der Hand, wo ich es hergenommen habe, weiß ich nicht mehr. Auch mit dem Messer stach ich auf ihn ein. Überall war Blut, und ich merkte, dass er tot war." Während er sein Opfer attackiert hatte, war auch die Bekannte, die schlafen gegangen war, von dem Lärm aufgewacht. „Sie schrie und nannte mich Scheusal."
Der Angeklagte rollte dann die Leiche in einen Teppich und eine Bettüberdecke, schleppte sie in sein Auto und fuhr mit ihr zum Rheinufer, wo er sie im Fluss versenkte. Er kehrte in die Wohnung zurück und säuberte sie gründlich von dem Blut, das bis zur Decke gespritzt war. Das völlig verschmutzte Sofa entsorgte er.
Eltern und Freundin des Opfers machten sich Sorgen, weil der 33-Jährige sich nicht meldete. Sie gaben eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf. Schreckliche Klarheit bekamen sie erst am 24. Februar, als die Leiche bei Krefeld aus dem Rhein geborgen wurde.
„Zuerst wollte ich mich ja gleich bei der Polizei stellen, tat es dann aber doch nicht", so der Angeklagte, der verheiratet ist und drei Kinder hat. Durch das Heroin habe er sich gut gefühlt. Nach Auskunft des Rechtsmediziners starb der 33-Jährige an einem Stich ins Herz, aber auch andere Stiche, beispielsweise in Leber und Lunge, seien lebensgefährlich gewesen.
Ja, das Verhältnis ihres Sohnes zu dem Opfer sei angespannt gewesen, man habe sich oft geprügelt", so die Mutter des Getöteten, die von der Drogensucht wusste. Der Prozess wird am 9. September fortgesetzt.
Renate Holbach




















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