Hering: Nürburgring fährt jetzt Gewinn ein
Von unserer Redakteurin Ursula Samary
Rheinland-Pfalz - Das umstrittene und 330 Millionen teure Nürburgring-Projekt kommt offenbar in Fahrt. Laut Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) fährt es Gewinne ein. Die Opposition bleibt jedoch skeptisch.
Der neue Nürburgring wirft seit der Änderung des Betriebskonzepts im Mai erstmals Gewinn ab, erklärt Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD). Die neuen Betreiber, die Automotive GmbH mit Jörg Lindner (Hotelgruppe) und Kai Richter (Ex-Investor Mediinvest), „zahlen schon im ersten Jahr eine Pacht in Millionenhöhe“, sagte er. Dies war in der ersten Phase nicht erwartet worden. Die Spielbankabgabe sorgt auch dafür, dass sich die Kasse der nahezu landeseigenen Nürburgring GmbH, inzwischen reine Besitzgesellschaft der Anlage, mit 3,2 Millionen Euro füllt.
Mit dem Pächter Automotive Lindner ist vereinbart, dass 2010 keine Pacht anfällt, sie aber von 2011 bis 2013 stufenweise auf jährlich mindestens 15 Millionen Euro oder 85 Prozent des Betriebsergebnisses ansteigt. Brummt es an der Rennstrecke, kassiert die Ring GmbH mehr Geld.
Hotels laufen gut
Obwohl das erste Geschäftsjahr erst im April 2011 endet, lässt sich, so Hering, nach der Saison schon absehen, dass die Nürburgring GmbH bereits mit Pacht „in Millionenhöhe“ rechnen kann. Denn das Feriendorf und die Hotels sind „hochrentierlich“, auch die Grüne Hölle „läuft gut“. Das gilt aber keinesfalls für die Flaniermeile Boulevard, die Arena und den Freizeitpark Ringwerk – also die Bauten, die Ex-Manager Walter Kafitz und Ex-Aufsichtsratsboss Ingolf Deubel mit öffentlichen Geldern in die Eifel klotzten.
Vor allem die Veranstaltungshalle Arena ist erwartungsgemäß ein Flop: „Für Stars ist sie zu klein, für andere zu groß.“ Deshalb wird für sie und den Boulevard ein neues Konzept erarbeitet. Verhandlungen laufen. Hering verspricht „Spektakuläres“ ohne neue Investitionen des Landes, die 330 Millionen Euro übersteigen würden.
Hering, der nach dem Rücktritt von Deubel als Finanzminister und der geplatzten Privatfinanzierung den Aufräumer spielen muss, schaut zufrieden auf die Zahlenkolonnen, die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young in einem neuen Geschäftsplan errechnet haben. Danach braucht die Ring GmbH als Besitzer für Personal, Zinsen, Abschreibungen und Tilgungen pro Jahr rund 21 Millionen Euro. Für 2015 aber habe Ernst & Young bereits eine Pacht von 23 Millionen Euro errechnet, für 2018 eine von 28 Millionen Euro. Die Zahlen will Hering dem Parlament vorlegen.




















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