Hering: Neue Jobs und steigende Gästezahlen in der Ring-Region
Rheinland-Pfalz - Die Achterbahn am Nürburgring, die einmal die schnellste der Welt sein sollte, kommt auch 2010 nicht auf Touren und bleibt vorerst eine Baustelle. Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD), seit dem Rücktritt von Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) für den Ring zuständig, ist trotzdem entspannt: Die Übernachtungszahlen steigen kräftig. Das Interview im Wortlaut:
Herr Hering, Wird die Achterbahn „Ring-Racer“ am Nürburgring jemals fahren?
In diesem Jahr wohl nicht mehr. Die Probleme mit der Programmierung sind noch immer ungelöst. Wir prüfen jetzt, ob wir noch eine zweite Firma einschalten müssen.
Sie haben frühere, völlig überzogene Prognosen von 400 .000 Besuchern auf 170 .000 im Ringwerk heruntergeschraubt. Aber ist das nicht auch noch viel zu hoch?
Ohne den Ring-Racer sicher. Aber für den Erfolg des Nürburgrings sind andere Zahlen wichtiger, und die sehen gut aus. Die Übernachtungszahlen sind zwischen 20 und 30 Prozent gestiegen, obwohl sie landesweit eher sinken.
Profitiert davon auch die Region oder doch nur die Lindner Gruppe?
Die ganze Region profitiert. Die Übernachtungszahlen sind von 38 .000 auf 44 .000 gestiegen. Damit wächst auch die Zufriedenheit von Hoteliers und Gastronomen. Lindner will als Vermarktungsprofi die Besucherzahlen insgesamt steigern und nicht nur seine Betten auslasten. Das Geschäft läuft gut an. Die Betreiber müssen spätestens 2013 mindestens 15 Millionen Euro Pacht zahlen. Ich halte es für realistisch, dass die Summe höher ausfallen wird. Grundlage dabei ist: 85 Prozent der Einnahmen erhält die Nürburgring GmbH, um langfristig die Investition zu refinanzieren. Kurz, ich blicke entspannter auf die Achterbahn und den Ring insgesamt.
Der neue Ring sollte auch Job-Motor sein. Wie viele Arbeitsplätze sind denn bisher entstanden?
Ende 2007 gab es bei der Nürburgring GmbH und der Erlebnispark Nürburgring GmbH 99 sozialversicherte Beschäftigte. Heute sind es nach Angaben des Betreibers 450 bei der neuen Automotive Nürburgring GmbH und bis zu zehn bei der Nürburgring GmbH. Ich bin überzeugt, dass noch mehr Jobs entstehen. Man kann mit dem Nürburgring, der einzigen europäischen Rennstrecke mit Weltniveau, Geld verdienen.
Die Nürburgring GmbH ist jetzt nur noch Vermieter des Rings. Das operative Geschäft liegt bei der Betreibergesellschaft mit Jörg Lindner an der Spitze. Wird jetzt alles besser?
Ich gehe davon aus, dass die privaten Betreiber den Ring besser vermarkten können. Es gibt auch schon Pläne für deutlich mehr Veranstaltungen im Jahr 2011. Vermarkten ist keine Kernkompetenz des Staates. Die nahezu landeseigene GmbH verwaltet nur noch die Immobilien. Aber sie wird eventuell mit dem ADAC auch wieder als Veranstaltergemeinschaft bei der Formel 1 antreten.




















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