Hans-Joachim Metternich: Brüderle holte sich den "Retter der Geldlosen"
Frankfurt/Mainz - Anfang der Woche äußerte Hans-Joachim Metternich eine Befürchtung: "Das Schwierigste liegt noch vor uns", warnte der Kreditmediator der Bundesregierung in der Financial Times Deutschland am Dienstag. Da wusste er vermutlich noch nichts davon, dass nun gegen ihn ermittelt wird.
Er sprach von seiner Aufgabe, für die ihn Bundeswirtschaftminister Rainer Brüderle (FDP berufen hatte. Seit März ist Metternich in diesem Amt, und bislang hatte er einen vergleichsweise ruhigen Job: 54 Anträge auf ein formelles Verfahren haben er und seine zehn Mitarbeiter bislang erhalten, 54 Fälle, in denen der Mediator Schiedsrichter spielen soll zwischen geldsuchenden Unternehmen und den Banken. „Retter der Geldlosen“ nannte ihn das Manager Magazin.
Metternich hat ein System eingeführt, das geprägt ist von seinen langjährigen Erfahrungen als Chef der Förderbank des Landes Rheinland-Pfalz (ISB). Die lassen sich so zusammenfassen: Förder-, Bürgschaftsbanken und die staatliche KfW könnten die Kreditklemme verhindern, indem sie den Banken einen großen Teil der Risiken abnehmen. Doch diese Angebote gehen in den Finanzierungsverhandlungen der Hausbanken allzu oft unter.
Hier setzt der Kreditmediator an. Er will, dass die öffentlichen Hilfsangebote regelmäßig berücksichtigt werden. Metternich hat zwei Wetten laufen: Es werden mehr als 1000 und weniger als 17 000 Unternehmen sein, die im ersten Jahr um Hilfe bitten, sagte er, ehe er sein Amt antrat. Seither kamen 54 Anträge. Davon seien vier "positiv beendet" worden, sagte Metternich, die betreffenden Firmen erhielten Kredite. Für ihn nur die „Ruhe vor dem Sturm“. Mit dem Aufschwung investierten mittelständische Firmen wieder mehr. Dafür bräuchten sie Darlehen, da ihr Eigenkapital in der Krise weitgehend aufgezehrt worden sei. Metternich hat auch einen Zweijahresvertrag, der um ein Jahr verlängert werden kann.
Der in Siegen geborene und in Wirges im Westerwald aufgewachsene Metternich hatte nach 20 Jahren im Wirtschaftsministerium 16 Jahre lang der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz als Geschäftsführer vorgestanden. Er hatte auch die Gründung 1992 im Wirtschaftsministerium vorbereitet. Bundeswirtschaftsminister Brüderle kennt Metternich aus den Mainzer Tagen gut, er schätzt ihn als klugen und unabhängigen Kopf. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil meinte es aber eher geringschätzig, als er sagte: „Ein alter Kumpel von Rainer Brüderle aus rheinland-pfälzischen Zeiten." Er habe seine Zweifel, ob die Banken vor so einem zittern. In der großen Politik und der Bankenwelt war Hans-Joachim Metternich eben eher ein unbeschriebenes Blatt.




















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