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Gänsekeulen-Affäre schlägt Neuwiedern auf den Magen

Neuwied - Die friedliche Vorweihnachtsstimmung ist zumindest in der Neuwieder Kommunalpolitik dahin. Dort schlägt den Stadtratsmitgliedern derzeit die sogenannte Gänsekeulen-Affäre kräftig auf den Magen. Hintergrund sind Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Stadtwerke Neuwied (SWN), Dirk Hillesheim (SPD).

Gänsekeulen-Affäre schlägt Neuwiedern auf den Magen
Weil er eine Gastronomin in der Küche der "Deichwelle" mehrfach Gänsekeulen zubereiten ließ, steht der Geschäftsführer der Neuwieder Stadtwerke in der Kritik.
dpa

Der 49-jährige kaufmännische Direktor soll seiner Lebensgefährtin, die in Neuwied eine Gaststätte betreibt, die Nutzung der Küche des Ganzjahresbads Deichwelle erlaubt haben. Dort konnte die Gastronomin dann in aller Ruhe die Gänsekeulen für eine „All you can eat“-Aktion braten.

Aufgeflogen ist der Küchenmissbrauch durch einen Vermerk des neuen Küchenchefs, der unserer Zeitung vorliegt. Dort schildert der Angestellte auf sieben Seiten exakt, was sich in den Tagen Ende November in der Badküche zugetragen hat. Der Mann ist erst seit Kurzem in der Deichwelle beschäftigt und hat den Auftrag, „die überaus desolaten Zustände in der Gastronomie der Deichwelle zu verbessern“. Bereits nach wenigen Tagen soll es dem Vermerk zufolge zu Auseinandersetzungen zwischen ihm und zwei Servicemitarbeiterinnen gekommen sein. Bei der einen handelt es sich um die Tochter der neuen Lebensgefährtin von Dirk Hillesheim, bei der anderen um deren beste Freundin. Dies war dem Koch zu dieser Zeit noch nicht bekannt.

Gewahr wurde er dies am 28. November, als er morgens Brötchen in den Heißluftautomaten stellen wollte. Verwundert stellte er fest, dass dort gerade Gänsekeulen gebräunt wurden. Nicht nur das erstaunte den Koch. Auch die Anwesenheit besagter Tochter der Hillesheim-Freundin irritierte ihn: Sie befand sich zu dieser Zeit in Mutterschutz und hatte in der Küche eigentlich nichts zu suchen. Zur Rede gestellt, sagte die junge Frau laut Vermerk, gleich käme ihre Mutter; die habe hier das Sagen.

Diese Begegnung wird der Deichwellen-Koch so schnell nicht vergessen. Die resolute Dame, die nicht in dem Bad angestellt ist, sondern eben eine Gaststätte in Neuwied-Engers betreibt, ließ den Mann wissen, sie dürfe die Küche nutzen, wann sie wolle. Außerdem werde sie sich nun an die Stellen wenden, die für ihn (den Koch) zuständig seien. Keine drei Stunden später hatte der Koch dann ein Personalgespräch mit Dirk Hillesheim, der den Unterlagen zufolge „sehr aufgebracht“ sowie „extrem nervös und laut“ gewesen ist. Ihm sei es am liebsten, so wird Hillesheim zitiert, wenn der Koch die Schürze ausziehen und nach Hause gehen würde.

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Leserkommentare (2)

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von Roscommon vom 21.12 - 11:14 Uhr
Wann findet der Filz und die Selbstbedienungsmentalität unserer städtischen "Führungselite" ein Ende? Wann endet diese Pöstchengeschiebe und wann ...

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