Fröhliche Eröffnung - Neue Mainzer Synagoge ist "Zeichen der Zuversicht"
Mainz - Mit einem bewegenden, aber auch fröhlichen Festakt ist die neue Synagoge in Mainz eröffnet worden. Stellvertretend für 47 ehemalige Mainzer Juden nannte der 1937 in die USA emigrierte, gebürtige Mainzer Fritz Weinschenk die Synagoge ein "Mahnmal, aber auch Zeichen der Zuversicht".
Insgesamt verfolgten 500 geladene Gäste die Feierlichkeiten vor und in der Synagoge, darunter Bundespräsident Christian Wulff, die Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch und der israelische Botschafter Yoram Ben-Zeev.
"Diese Synagoge ist ein Glück für Deutschland", sagte der Bundespräsident in seiner Ansprache. Er rief alle Menschen dazu auf, wieder mehr miteinander zu reden: "Juden, Christen, Muslime und alle anderen Menschen müssen gemeinsam an der Zukunft unseres Gemeinwesens arbeiten."
Er lobte die Anstrengungen der Mainzer Bürger, die es möglich gemacht hätten, dass das Judentum nun einen neuen geistlichen Mittelpunkt in der Stadt erhält. Einmütig hoben Wulff, Ministerpräsident Kurt Beck und der Mainzer Oberbürgermeister, Jens Beutel, hervor, dass das, was den Juden in der NS-Zeit angetan wurde, nie in Vergessenheit geraten dürfe.
Die alte Mainzer Synagoge war während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört worden. Der Festakt für das neue jüdische Gotteshaus fand auf den Tag genau 98 Jahre nach Einweihung der alten Synagoge statt.
Neben dem Gedenken an die Opfer der NS-Zeit war bei allen Anwesenden die Freude über das besondere Ereignis zu spüren. "It's the best day in the world" - "Das ist der beste Tag der Welt" - beschrieb eine US-Amerikanerin ihre Gefühle. C
harlotte Knobloch sagte: "Tage wie heute zeigen, dass es richtig war, in Deutschland zu bleiben." Zu den Klängen von Klezmer-Musik hatte sich zu Beginn der Feierlichkeiten eine Thora-Prozession über die Hindenburgstraße zur Synagoge bewegt.
Mit Gesang und Tanz brachten die Thorarollenträger die heiligen Schriften des Judentums in das neue Gotteshaus, angeführt vom Düsseldorfer Rabbiner Julian-Chaim Soussan. Einen eigenen Rabbiner hat die Mainzer Jüdische Gemeinde derzeit nicht.
Moritz Meyer




















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