Familientag am Ring: Verdi weicht nach Nürburg aus
Nürburgring - Ist das Hickhack um den Familientag am Nürburgring nun beendet? Die Gewerkschaft Verdi weicht diesen Sonntag jedenfalls nun mit der von ihr organisierten Veranstaltung für die Mitarbeiter der Nürburgring Automotive GmbH in die Graf-Ulrich-Halle nach Nürburg aus (13 bis 15 Uhr). Ursprünglich sollte der Familientag auf dem Ring-Boulevard stattfinden.
Doch diesem Vorhaben hatte die NAG-Geschäftsführung am Donnerstagnachmittag eine klare Absage erteilt: „Verdi erfüllt nicht die von uns geforderten Sicherheits- und Haftungsleistungen“, so NAG-Sprecher Karl-Heinz Steinkühler. Darauf reagierte Verdi-Mann Jürgen Jung drei Stunden später so: „Wenn den Herren von der NAG die Argumente ausgehen, kommen sie mit Versicherungsproblemen. Das ist so albern, dass einem erst mal die Luft wegbleibt.“
Jung wetterte weiter: „Leider wird immer klarer, dass die Geschäftsführung nicht daran interessiert ist, in Ruhe und zum Wohl der Beschäftigten zu verhandeln.“ Und: „Während Verdi mit den Arbeitgebern hinter verschlossenen Türen über die angekündigten Entlassungen verhandelt, hat die Geschäftsführung nichts besseres zu tun, als über die Presse die Schließung des Ring-Boulevards am Sonntag zu verkünden.“
Noch am Mittwoch sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Jürgen Rinke-Oster, dass „der Familientag auf jeden Fall auf dem Boulevard stattfindet“. Dass die Gewerkschaft nicht alle NAG-Forderungen erfüllt hatte, darum wusste Rinke-Oster sehr wohl: „Wir haben die Haftpflicht gewährleistet. Die anderen Forderungen brauchen wir nicht zu erfüllen.“ Etwa, dass Verdi die „notwendigen Versicherungen abschließt und nachweist“ und Kosten für Reinigung, Energie und Personal übernimmt.
Die Gewerkschaft habe der NAG nur unzureichende Gewährleistungen für eventuelle Schadensfälle zugesichert, teilte NAG-Sprecher Steinkühler dagegen mit. Und: „Wir durften den Boulevard auch auf Anforderung unserer Versicherungen nicht zur Verfügung stellen.“ Es sei ja ein privates NAG-Pachtobjekt. Dazu hätten sich die „hohen unkalkulierbaren Risiken der Veranstaltung“ gesellt. Verdi habe für die Teilnahme in aller Öffentlichkeit geworben. Steinkühler: „Das ist klarer Etikettenschwindel. Die NAG-Mitarbeiter sollten als Vehikel für Verdi-Interessen dienen.“ Von unserem Redakteur Jan Lindner




















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