Facebook: Die Chronik kommt - jetzt wird ausgemistet!
Bisher konnten Facebook-Nutzer darauf setzen, dass peinliche Fotos und dumme Kommentare mit der Zeit durch aktuelle Posts ersetzt wurden und so aus dem Blickfeld verschwanden. Doch das war einmal. Schuld ist die neue Chronik ("Timeline"), die in den nächsten Wochen für alle Nutzer des sozialen Netzwerks zur Pflicht wird.
Chronik statt Pinnwand - ist das nicht Jacke wie Hose? Wohl kaum. Die Chronik, die man als deutscher Nutzer derzeit noch freiwillig aktivieren kann, bietet auf einer Art Zeitstrahl bequemen Zugriff auf alle jemals bei Facebook eingestellten Kommentare, Fotos & Co. Und das kann richtig peinlich werden.
Sie haben das Trinkgelage des Sommerurlaubs 2008 im Bild festgehalten, dieses auf Facebook veröffentlicht und längst wieder vergessen? Pech für Sie, mit der neuen Chronik können Freunde - und möglicherweise auch Ihr Chef und Ihre Kollegen - jederzeit auf diesen und andere Fehltritte zugreifen.
Als ob das noch nicht reicht, setzt Facebook noch einen oben drauf: Mit der kürzlich veröffentlichten "Open Graph"-Schnittstelle bietet das soziale Netzwerk Firmen die Möglichkeit, auf der ganz persönlichen Chronik des Anwenders Einträge vorzunehmen.
Wer beispielsweise online Waren ordert, auf dessen Zeitleiste könnte in Zukunft haargenau nachzulesen sein, wann er welches Video, welche Pizza oder Klamotte bestellt und welche Online-Artikel er gelesen hat. Kein Wunder, dass deutsche Datenschützer Sturm dagegen laufen. Der Facebook-Nutzer mutiert langsam, aber sicher zum gläsernen Menschen.
Nicht vorschnell aktivieren
Unser Rat: Auf keinen Fall vorschnell die neue Chronik aktivieren. Ist sie erst einmal aktiv, gibt es kein Zurück mehr. Nach einer Galgenfrist von sieben Tagen geht sie auf alle Fälle online und ersetzt von da an die bisherige Pinnwand. Besser ist es, die obligatorische Aktivierung durch Facebook abzuwarten, die in einigen Wochen eh für alle User erfolgen wird.
Die Zeit bis dahin lässt sich nutzen, um die noch aktive Pinnwand nach Peinlichem zu durchforsten - oder gleich alles daraus zu löschen.
Größtes Problem dabei: Wer schon seit Jahren regelmäßig auf Facebook postet, steht in der Regel vor einem riesigen Berg alter Einträge. Die Radikallösung - alles von Hand löschen - ist schier unmöglich zu schaffen.
Außer man nutzt den Firefox-Browser: Für den existiert eine Erweiterung (Addon) namens "Greasemonkey", die einem die Sisyphusarbeit abnimmt.
Nach der Installation des Addons besorgt man sich noch das "Facebook Scrubber"-Skript von der Webseite http://userscripts.org und installiert es für "Greasemonkey". Einmal bei Facebook eingeloggt, reicht jetzt ein Mausklick auf den neuen Button "Delete ALL Older Posts" in Firefox, um Einträge automatisch zu entfernen.




















Diesen Artikel versenden