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Ex-Ring-Chef Kafitz im Prozess: "Stehe als Sündenbock nicht zur Verfügung"

Koblenz/Nürburgring - Der frühere Nürburgring-Chef Walter Kafitz sieht sich als Sündenbock für das Scheitern der Privatfinanzierungdes Nürburgrings. "Dafür stehe ich nicht zur Verfügung", erklärte er zu Beginn des Prozesses um Gehaltsnachzahlungen und seine Weiterbeschäftigung.

Walter Kafitz
Ex-Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz (Archivbild vom 04.12.2009)

Der Prozess hat am Dienstag am Landgericht begonnen. Kafitz nennt seine fristlose Kündigung "grundlos", fordert 30.846,77 Euro Gehaltsnachzahlungen und die Weiterbeschäftigung bis März 2014. Eine Entscheidung ist erwartunsgemäß nicht gefallen und soll im Mai verkündet werden.

Kafitz hatte 50 Kopien Kopien einer Pressemitteilung für das knappe Dutzend Journalisten mitgebracht. Darin hieß es, der Aufsischtsrat sei "in stärkstem Maße informiert und eingebunden" gewesen. Das Projekt "Nürburgring 2009" - der Ausbau zum Freizeitpark - verteidigte er. Der war "notwendig, um den Nürburgring auf Dauer am Leben zu erhalten. Die nötigen unternehmerischen Entscheidungen seien notwendig gewesen, wie das Wirtschaftsministerium festgestellt habe.

In der Privatfinanzierung hätten sämtliche auf Seiten der Nürburgring GmbH beteiligten Personen die Chance gesehen, gegenüber dem konventionellen Modell 50 Millionen Euro zu sparen. Unter "größtmöglicher Absicherung" sei der Weg - der dann auch nach dem Scheitern zum Rücktritt von Finanzminister Ingolf Deubel führte - beschritten worden.  "Dass wir an betrüger geraten sind, ist höchst bedauerlich und war nicht vorherzusehen."

In der Erklärung äußerte sich Kafitz nicht dazu, dass die Nürburgring GmbH Kafitz, gegen den wegen wegen Untreueverdachts ermittelt wird, "schwerwiegende und wiederholte Kompetenzüberschreitungen" vorhalten und ihm ankreiden, seine Sorgfaltspflichten in Angelegenheiten der Beklagten verletzt zu haben. Er sagte allerdings, die Schadensersatzforderungen seien unberechtigt. Beim Gericht liegt auch bereits die Klage der Nürburgring GmbH, die ihrerseits Schadensersatz in Millionenhöhe fordert. Auch erklärt Kafitz, dass die Ermittlungen gegen ihn ergeben werden, dass er sich keiner Straftat schuldig gemacht habe.

Der Vertrag von Kafitz als Geschäftsführer geht zurück auf das Jahr 1994, Anfang Dezember 2009 wurde er dann abberufen. Fristlose Kündigung. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2009 und 22. Dezember 2009 wurde der Vertrag außerordentlich gekündigt. Danach hatte er kurzzeitig am Persischen Golf gearbeitet – im Management der Formel-1-Rennstrecke in Abu Dhabi. Nun ist der 60-Jährige arbeitslos, wie er unserer Zeitung Mitte Dezember sagte. Eine Unternehmensberatung mit Namen „Kafitz Consultancy Germany“ sei ein Unternehmen, das seine Frau nebenberuflich betreibt.

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