Die Aufholjagd des Dauerläufers: Marco Diehl siegt – Marlen Günther schnellste Frau
Koblenz - Marco Diehl ist ein Phänomen. Der Dauerläufer aus dem hessischen Butzbach liegt noch bei Halbzeit des Marathons fast eine Minute hinter den beiden Führenden Martin Schönberger und Richard Schuhmacher.
Aber wie das bei dem Bank-Manager, der pro Jahr rund ein Dutzend Marathons absolviert, eben so ist: Diehl darf niemand abschreiben bei den Landschaftsmarathons, die im Kopf entschieden werden.
Zwei Wochen zuvor hat der Badenser Schuhmacher beim schweren Trollinger-Marathon in Heilbronn in 2:29 Stunden als Sieger vor dem Fünften Diehl geglänzt. Und auch diesmal läuft er mit dem Titelverteidiger Schönberger aus Westerburg vorneweg. Doch als die entscheidende Phase des Marathons beginnt, sind die beiden aus dem Sieger-Geschäft. „Bei Kilometer 28 bin ich an die Spitze“, sagt Diehl im Ziel. Der Hesse hat einen ökonomischen, fast federnden Laufstil – und so muss es psychisch überaus belastend auf die Führenden wirken, als Diehl sie passiert. „Ich hätte mich heute besser für den Halbmarathon entschieden“, sagt Schuhmacher, der am Ende Vierter wird. Schönberger kämpft gegen den von hinten nahenden Troisdorfer Torsten Schneider und wird am Ende Zweiter. Fünf Minuten jedoch hat Diehl nach 2:33:03 Stunden schließlich Luft, um auf den Zweiten Schönberger im Ziel zu warten. „Es ist ein wunderschöner Sieg für mich“, sagt Diehl und lupft sein Trikot. Er hat sich nur wenige Tage vor dem Mittelrhein Marathon zwei Rippen gebrochen.
Auch bei Frauen-Siegerin Marlen Günther ist die Freude nach 42,195 Kilometern groß. Am Ende büßt sie auf die von hinten nahende Ultradistanz-Spezialistin Birgit Lennartz Minuten ein, aber sie gewinnt dennoch in 3:08:52 Stunden.
„Marlen hat von mir das Laufen gelernt, da soll sie auch gewinnen“, sagt Vereinskollegin Lennartz nach 3:12:03 Stunden gönnerhaft. Außerdem muss sie Kräfte sparen: Keine zwölf Stunden später startet die 44-Jährige beim Rheinsteiglauf über 34 Kilometer. Diese Doppelbelastung erspart sich Marlen Günter genauso wie die Dritte Iris Walter vom TV Meisenheim, die nach guten 3:13:08 im Ziel ist.
Obwohl Günther ihr Ziel, die Drei-Stunden-Marke zu knacken, deutlich verfehlt, ist sie zufrieden. „Die Strecke ist superschön. Aber ich war einfach zu allein. Da fehlte die Motivation“, erklärt die 27-Jährige aus Hennef. Trotzdem strahlt sie: „Es war einfach herrlich.“ (teu/vb)




















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