Wieso der Rhein nicht zufriert - und wie das früher aussah
Rheinland-Pfalz - Turmhohes Eis vor der Loreley, der Rhein wochenlang begehbar: Solche Bilder wird es nach Ansicht von Experten nicht mehr geben. Voraussetzung dafür, dass der Rhein überhaupt zufrieren kann, sind Niedrigwasser über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen und zweistellige Minusgrade in der Nacht.
Das erklärt Rüdiger Beiser von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Mainz. Doch heute kommt die Industrie als Wärmefaktor hinzu. Durch Kraftwerke, die ihr erwärmtes Kühlwasser in den Strom leiten, wird die Temperatur um circa fünf Grad Celsius erhöht, so Beiser. In Hafenbereichen und Seitenarmen, wo das Wasser steht, friert die Wasseroberfläche gleichwohl zu.
Der extremste Winter der Neuzeit muss sich 1844/1845 zugetragen haben. Es ist überliefert, dass noch im Juni 1845 Eisschollen auf der Mosel trieben. An der Loreley türmten sich Eisplatten in Extremwintern auf sagenhafte Weise. Dort, an der engsten Stelle staute sich Eis, schob sich übereinander und bildete dann einen Riegel. Oberhalb bildeten Eisplatten bizarre zerklüftete Landschaften - wie historische Fotos beweisen. 1929 staute sich das Eis 180 Kilometer weit von Kaub bis Sondernheim. Das Nadelöhr ist heute
Buchstäblich eisig auch auf dem Rhein war es im Winter 1962/63. Von Anfang Dezember 1962 bis Ende Februar 1963 gab es fast täglich Nachtfröste und immer wieder über längere Zeiträume Dauerfrost. Im Rhein-Main-Gebiet sank die Temperatur an 39 Tagen unter minus zehn Grad. An manchen Flussabschnitten war der Rhein begehbar. Auf dem vereisten Laacher See drehten Menschen mit Motorrädern und Autos Runden.





















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