Biogas als lukrative Müllverwertung
Bad Kreuznach - Mit Bioabfall Gas erzeugen und das für Strom und Wärme in 60 eigenen Blockheizkraftwerken nutzen oder lukrativ vermarkten. Diese Perspektive eröffnet sich beim Gemeinschaftsvorhaben der Kreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms und Bad Kreuznach, für das beim Bundesumweltministerium ein Förderantrag im Rahmen des Klimaschutzkonzepts gestellt wurden.
Mit 90.000 Tonnen Biomüll aus vier Landkreisen soll im rheinhessischen Framersheim eine Biogasanlage entstehen, die dann dank ihrer wirtschaftlichen Arbeitsweise vor allem auch den Müllgebührenzahlern gefällt. Die Kreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms und Bad Kreuznach haben dazu schon einen Förderantrag beim Projektträger in Jülich gestellt, sagt Kreisplaner Manfred Schäfer auf Anfrage. In einer Potenzialanalyse geht es darum, Bio-Abfälle der Haushalte optimal zu verwerten.
Das Förderprogramm richtete sich auch an Kommunen. „Wir stehen aber noch ganz am Anfang“, sagt Schäfer. Als potenzieller Investor und Betreiber kommt die Energiedienstleistungsgesellschaft Rheinhessen-Nahe (EGD) in Spiel, an der der Kreis Bad Kreuznach 13 Prozent Anteil hat. Auch die Verbandsgemeinden Bad Sobernheim, Meisenheim, Langenlonsheim und Stromberg steigen jetzt mit einem einprozentigen Anteil ein. Allerdings als Sachleistungen in Form vom eigenen Heizanlagen, sagt EGD-Geschäftsführer Christof Zeis.
Für das Müllprojekt erwartet Zeis, dass die Voraussetzungen für die Förderung erfüllt werden, allerdings räumt er ein, dass es hier noch „dicke Bretter“ zu bohren gelte. Der Vorteil dieser Abfallverwertung sei, dass nicht nur wie auf vielen Mülldeponien Strom erzeugt werden, sondern dass Wärme verfügbar sei. Zeis: „Wärme macht zwei Drittel bis drei Viertel des Energiebedarfs aus. Die geht bei vielen Anlagen einfach so in die Luft.“ Von der Biogasanlage aus könnte das gereinigte Gas hingegen ins Netz eingespeist werden. Auch der Rhein-Taunus-Kreis habe sein Interesse angemeldet.
Als Standort wurde die frühere Mülldeponie im zentral in der Nähe des Autobahnkreuzes Alzey gelegenen Framersheim auserkoren. Zeis: „Da gilt es, die Bürger auf die Reise mitzunehmen. Einige werden sagen, ihr habt uns 50 Jahre mit Müll gequält und wollt jetzt eine Gasanlage installieren. Da geht es darum, zu vermitteln, dass das dann auch ihre Anlage sein soll.“ Die Zeitschiene ist noch offen. Mainz-Bingen ist bis 2014, der Kreis Bad Kreuznach bis 2017 an Verträge beim Kompost gebunden. Machbarkeitsstudie und Planfeststellungsverfahren werden in den nächsten Jahren Aufschluss über die Realisierungschancen geben. Über die Höhe der nötigen Investitionen könne noch keine Angabe gemacht werden, sagt Christof Zeis.



















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