Bad Honnef: Neunjährige Anna ertrank in der Badewanne - Nachbarn hörten Wimmern
Bad Honnef - Erst hörten die Nachbarn lautes Geschrei, später drang nur noch leises Wimmern durch die Wohnungstür - gegen 20.50 Uhr am Donnerstag Abend riefen sie schließlich die Polizei; zehn Minuten später - so gab die Staatsanwaltschaft bekannt - riefen auch die Pflegeeltern des Mädchens den Notarzt zu Hilfe. Beides kam zu spät.
In der Badewanne wurde die kleine Anna von den Helfern gefunden, bewußtlos und völlig unterkühlt. Die Neunjährige starb trotz Wiederbelebungsversuchen eines Notarztes wenig später im Krankenhaus. Die Obduktion in der Nacht ergab: Tod durch Ertrinken. Die Pflegeeltern des Mädchens wurden noch in der Klinik verhaftet; Mordkommission und Staatsanwaltschaft Bonn ermitteln.
Das tote Mädchen lebte seit zwei Jahren als Pflegekind in dem Mehrfamilienhaus in der Bad Honnefer Wohnsiedlung; vom Jugendamt ihrer Heimatgemeinde Königswinter wurde sie in die Familie vermittelt, zu der neben den 51-jährigen Eheleuten auch noch ein behinderter 15-jähriger Sohn des Paares gehörte.
Es war nicht das erste Mal, dass die Nachbarn des 12-Familienhauses Krach und Geschrei hörten: Die Pflegemutter der kleinen Anna sei im Umgang mit dem Kind "eher ruppig" gewesen. Allerdings sah man die korpulente 51-jährige Frau nur selten mit Anna zusammen. Überhaupt sei Anna nur sehr selten draußen gewesen, "eigentlich nie".
Über die Gründe machen sich nun nicht nur die Menschen Gedanken, die Tür an Tür mit dem Kind wohnten, dass den Abend des 22. Juli nicht überleben durfte. Die Polizei musste durch das Fenster in die Wohnung einsteigen, in der Anna offensichtlich zu diesem Zeitpunkt allein zurück gelassen worden war. Im Badezimmer fanden sie die Kleine in der eiskalten Badewanne. Von blauen Flecken übersät sei ihr Körper gewesen, hieß es in ersten Berichten.
Sofort wurde eine Fahndung nach den Pflegeeltern herausgegeben. Uneinheitlich sind die Aussagen der Nachbarn, von denen einer die weinende Pflegemutter vor dem Haus in einem Auto gesehen haben will. Andere meinten, das Paar sei mit dem Auto fortgefahren.
Fakt ist, dass die Kriminalpolizei die Pflegeeltern in dem Krankenhaus verhafteten, in dem das Mädchen starb und - ein Zufall? - in dem zur gleichen Zeit auch der 15-jährige Sohn seit Tagen stationär behandelt wurde.




















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