"Alles Schunkeln!": Wilde Weiber stürmen die Rathäuser - Straßenfastnacht beginnt
Rheinland-Pfalz - Singen, schunkeln, tanzen: An Weiberfastnacht beginnt für die Narren an diesem Donnerstag der Höhepunkt der fünften Jahreszeit. In vielen Städten wollen «wilde Weiber» oder Möhnen die Rathäuser stürmen und so symbolisch für die tollen Tage die Herrschaft übernehmen. Ein Blick auf die Wettervorhersage zeigt jedoch: Ein warmes Kostüm kann nicht schaden.
Und wer sich eher heiß als warm fühlen will: In Koblenz stürmen die Narren am Freitagnachmittag die Behörden. Zuerst ist gegen 14.30 Uhr die Bundeswehr im Bundesbehördenhaus am Rheinufer dran, dann folgt das Rathaus. "Dabei kommt es dann auch zur Schlüsselübergabe", sagt ein Stadtsprecher. Auf dem Jesuitenplatz wird anschließend die Machtübernahme durch die Jecken kräftig gefeiert. In den Koblenzer Clubs geht dann die Post ab, die Städte rundherum lassen sich auch nicht lumpen und Hardcore-Weiberfastnachter fahren eh nach Mülheiim-Kärlich.
Beck hat keine Chance gegen Dauner Möhnen
Auch in Daun in der Eifel ist was los: Selbst ein Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat die Erstürmung des Dauner Rathauses durch närrische Weiber nicht verhindern können. Eigens zur Verstärkung war Beck am Weiberdonnerstag zu seinem Parteifreund Wolfgang Jenssen in die Vulkaneifel gereist. Doch trotz heftigen Gerangels und bitterer Wortgefechte - die Möhnen rissen den goldenen Stadtschlüssel an sich. «Nach 31 Minuten haben sie es dann doch geschafft», sagte Beck.
Kleiner Trost: Für seine «Tapferkeit» habe er zwei Orden verliehen bekommen. Schon am Eingang des Rathauses stürzten sich die mit Scheren bewaffneten Weiber auf seinen roten Schlips. "Der ist jetzt so kurz, dass man gar nichts mehr abschneiden kann", sagte Beck.
Polit-Narren kämpfen mit Möhnen-Hexen um die Intergrationsministerin
Hexen nahmen das Integrationsministerium in Mainz ein und verschleppten Ministerin Alt (Grüne) auf den Dorfplatz von Weiler bei Bingen. Dort wurde sie in den Hexenstall - ein solider Holzkäfig - gesperrt. Erst nach aufreibender Verfolgungsjagd konnte Finanzstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD) - "ein landesweit bekannter, finanzkräftiger Ehrenmann aus der unmittelbaren Nachbarschaft von Alts neuem Ministerium" - sie befreien. Dafür wurde ein Lösegeld von 111 Euro fällig. Die gelungene Rettung sei ein "Beleg für das reibungslose und vertrauensvolle Zusammenwirken der rheinland-pfälzischen Landesregierung", erklärte Barbaro und reimte anschließend launig:




















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