42 Tonnen Munition: Kampfmittelräumdienst hatte arbeitsreiches Jahr
Rheinland-Pfalz - 2011 war für den rheinland-pfälzischen Kampfmittelräumdienst (KMRD) ein außergewöhnlich arbeitsreiches Jahr. Vor allem in den vergangenen Monaten, als wegen Niedrigwassers im Rhein zig Bomben auftauchten.
Die landesweit 15 Mitarbeiter bargen mit gut 42 Tonnen Munition deutlich mehr als in den Jahren des vergangenen Jahrzehnts. Dies teilte am Mittwoch die Präsidentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier, Dagmar Barzen, mit. Zu ihrer Behörde gehört der KMRD. 79 Bombenblindgänger zwischen 50 und 1800 Kilogramm wurden im vergangenen Jahr gefunden und entschärft. Spektakulär war die Entschärfung einer 1,8 Tonnen schweren Fliegerbombe Anfang Dezember im Rhein bei Koblenz, für die etwa 45 000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten.
"Es war schon verhältnismäßig viel", bilanzierte der technische Leiter des KMRD, Horst Lenz. Im November und Dezember habe das Niedrigwasser im Rhein die Kampfmitteräumer quasi in Dauereinsatz versetzt. Eine deutsche Wasserbombe, drei amerikanische Sprengbomben, zwei britische Phosphorbomben sowie zig Artilleriezünder, Artilleriemunition und Nebelfässer mussten entschärft werden. Und die Bergung der britischen Luftmine am 4. Dezember in Koblenz hatte die bundesweit größte Evakuierungsaktion wegen eines Blindgängers seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst.
Wie viel Munition noch in den Böden von Rheinland-Pfalz liege, wisse niemand, sagte Lenz. Es gebe aber wohl noch "reichlich", da in den vergangenen Jahren immer im Schnitt zwischen 32 und 36 Tonnen Munition geborgen wurden. 2011 gab es 908 Fundmeldungen - fast 40 Hektar wurden abgesucht. Die Auswertung von Luftbildern und Befragung von Zeitzeugen werde immer wichtiger. Lenz rief mögliche Zeugen, die von Bombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg in ihrer Region wüssten, auf, sich zu melden.
Die geborgene Munition wird in Koblenz in einem Lager zwischengelagert, bevor sie nach Munster in die Lüneburger Heide zur Verbrennung in ein bundeseigenes Unternehmen transportiert wird. Derzeit lagern in Koblenz etwa 35 Tonnen Munition, sagte Lenz. Im Frühjahr soll auf dem Gelände des Zwischenlagers mit dem Bau eines neuen Gebäudes begonnen werden, in dem künftig die Leit- und Koordinierungsstelle und die Räumgruppe Koblenz Platz finden.
Der KMRD kostet im Jahr rund 1,3 Millionen Euro. Seit 1998 hat er landesweit rund 480 Tonnen Munition geborgen, 483 Bombenblindgänger entsorgt und eine Fläche von 1300 Hektar abgesucht.






















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