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Polizei ehrt 24-Jährigen für seine Zivilcourage

Hachenburg - Dem mutigen Einsatz Iwan Kirschmanns ist es zu verdanken, dass bei einer Auseinandersetzung zwischen zwei Polizisten und einer Gruppe gewaltbereiter junger Leute am 23. Dezember 2011 nichts Schlimmeres passiert ist. Für sein couragiertes Eingreifen wurde der 24-jährige Soldat aus Hachenburg am Freitag von der Polizei geehrt.

In einer Zeit, in der Gewalt gegen Polizisten zunimmt, freuen sich Hachenburgs Dienststellenleiter Achim Grahn (links), Caroline Hampel (rechts) und Frank Kaulbach (hinten) umso mehr, Zeitsoldat Iwan Kirschmann für seine Zivilcourage danken zu können.
Röder-Moldenhauer

„Unser Treffen hat einen freudigen Anlass“, sagte Hachenburgs Dienststellenleiter Achim Grahn zur Begrüßung. Grahn, der auch den Dank des Koblenzer Polizeipräsidenten Horst Eckhardt überbrachte, erinnerte daran, dass Kirschmann zwei Polizisten in jener Nacht kurz vor Weihnachten in einer äußerst prekären Situation in ungewöhnlicher Weise unterstützt hat.

Die Beamten Caroline Hampel und Frank Kaulbach hatten um 3.05 Uhr die Meldung eines Konflikts zwischen zwei Gruppen (insgesamt etwa 15 Personen) vor dem Gebäude einer Disco in Hachenburg erhalten. Die beiden Polizisten fuhren hin und erteilten beiden Gruppen Platzverweise. Während die eine Hälfte dieser Aufforderung nachkam, richtete sich die Aggression der übrigen Männer plötzlich gegen die Uniformierten. Die versuchten weiter, die Situation verbal zu klären. Als allerdings eine Flasche flog, sahen sich die Beamten gezwungen, eine Person in Gewahrsam zu nehmen und in den Streifenwagen zu setzen. Der Betroffene, der wie seine Kumpels stark alkoholisiert war, war damit jedoch nicht einverstanden. Permanent versuchte er zu entkommen. Polizistin Hampel hielt dagegen. Auf einmal eilte ein junger Mann dem Festgehaltenen zu Hilfe, um ihn zu befreien. Frank Kaulbach gelang es kaum, diese Person zu bändigen, wodurch die restliche Gruppe unbeobachtet war.

Kirschmann, der gerade als Besucher aus der Disco kam, erkannte den Ernst der Lage. Ohne Angst, selbst verletzt zu werden, ging er Kaulbach bei der Fixierung der einen Person zur Hand und beruhigte zudem den Rest der stadt- und polizeibekannten Gruppe 18- bis 20-Jähriger. Dabei kamen ihm, wie er selbst sagt, seine berufliche Erfahrung als Soldat und seine muskulöse Statur zugute. Bei einem Einsatz in Afghanistan war der Stabsgefreite 2011 selbst in eine heikle Bedrohungssituation geraten. So sah er sein Handeln als seine Pflicht an.

Womöglich erhält diese Werbung für vorbildliches Verhalten sogar noch eine weitere Würdigung: Kirschmann wurde der Prüfkommission zum Preis für Zivilcourage 2012 des Landesinnenministeriums vorgeschlagen. Den beiden Tätern jenes Abends droht hingegen womöglich eine Freiheitsstrafe wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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