Gänsekeulen-Affäre: Strafanzeige gegen Neuwieder Stadtwerke-Chef
Neuwied - Ein Neuwieder Bürger hat Strafanzeige gegen Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Hillesheim sowie gegen dessen Lebensgefährtin erstattet.
„Zumindest hinsichtlich der Energieentnahme, die zur Zubereitung der (...) Gänsekeulen notwendig war, liegt hier meines Erachtens eindeutig der Tatbestand des Diebstahls vor“, heißt es in dem Schreiben an die Koblenzer Staatsanwaltschaft.
Wie berichtet, hatte Dirk Hillesheim die Leiterin des Ganzjahresbads Deichwelle, Annette Engel-Adlung, angewiesen, seiner Lebensgefährtin die Nutzung der Deichwellenküche zu gestatten. Die Frau, die in Engers eine Gaststätte betreibt, bereitete im Stadtwerke-Bad drei Mal ihre Gänsekeulen zu, die sie im Rahmen einer „All you can eat“-Aktion anbot. Die Tochter seiner Lebensgefährtin, die in der Deichwelle als Servicekraft arbeitet, wurde vom Koch in der Küche bei der Gänsekeulen-Zubereitung während ihres Mutterschutzes erwischt und zur Rede gestellt. Dies handelte ihm ein unangenehmes Personalgespräch mit Dirk Hillesheim ein.
Einer von der CDU-Fraktion beantragten Freistellung ist Dirk Hillesheim dadurch zuvorgekommen, dass er seinen Urlaub, den er am 23. Dezember antreten wollte, um etliche Tage vorzog.
Unterdessen melden sich immer mehr Betroffene, die mit SWN-Geschäftsführer Dirk Hillesheim unangenehme Erfahrungen gemacht haben. So berichtet ein Vater, sein Sohn sei während seiner Ausbildung im Oktober 2005 von Hillesheim grundlos nach Hause geschickt worden. „Er hat geschrien wie ein Verrückter“, berichtet der Neuwieder. In ruppigem Ton habe der Geschäftsführer des damals 17-Jährigen aufgefordert, seinen Schreibtisch sauber zu machen und nie mehr wieder zu kommen. Der Junge hatte nicht etwa goldene Löffel gestohlen, sagt sein Vater, sondern hatte in der Berufsschule „schon mal eine fünf“ geschrieben. Eine Abmahnung habe es nie gegeben.
Arbeitsrechtlich sei sein Sohn zwar im Recht und hätte seine Wiedereinstellung verlangen können, sagt der Vater. Doch „die Hölle auf Erden“ habe er sich ersparen wollen und habe daher einen Aufhebungsvertrag unterschrieben. Der in der RZ geschilderte Fall, in dem Dirk Hillesheim einen Mitarbeiter der Servicekräfte einer unbewiesenen Straftat beschuldigt und anschließend entlassen habe, habe ihn stark an die Erfahrungen seines Sohnes erinnert.












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