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Gänsekeulen-Affäre: Ist Neuwieds Stadtwerke-Chef noch zu halten?

Neuwied - Ist Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Hillesheim (SPD) noch zu halten? Diese Frage stellen sich derzeit nicht nur die Mitglieder des Aufsichtsrats, seitdem die sogenannte „Gänsekeulen-Affäre“ aufgeflogen ist, hinter den Kulissen Fassungslosigkeit und hektische Betriebsamkeit herrscht und eine Sondersitzung die nächste jagt.

Hat derzeit wenig zu lachen: Stadtwerke-Geschäftsführer Dirk Hillesheim.
Jörg Niebergall

Auslöser der Affäre ist ein Vorgang, der sich in der Küche der Deichwelle zugetragen hat. Dieser wird ausführlich in einem siebenseitigen Vermerk geschildert, der der RZ vorliegt. Was war passiert? Die Stadtwerke haben vor wenigen Wochen einen neuen Küchenchef eingestellt, der den Auftrag hatte, „die überaus desolaten Zustände in der Gastronomie der Deichwelle zu verbessern“, wie es im Vermerk nachzulesen ist. Bereits nach wenigen Tagen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem Koch und zwei Servicemitarbeiterinnen. Bei der einen handelt es sich um die Tochter der neuen Lebensgefährtin von Dirk Hillesheim (er lebt von seiner Ehefrau mittlerweile getrennt), bei der anderen um die beste Freundin dieser Tochter. Beide ließen den neuen Mitarbeiter recht schnell wissen, dass er ihnen überhaupt nichts zu sagen habe.

Eklat in der Küche
Zum Eklat kam es dann am 28. November, als der Koch morgens Brötchen zum Aufbacken in den Convectomaten stellen wollte. Dieser war jedoch bereits mit Gänsekeulen befüllt. Erstaunt war er auch, dass besagte Tochter der Hillesheim-Lebensgefährtin in der Deichwelle war, obwohl sie sich bereits seit einer Woche in Mutterschutz befand. Als er sie zur Rede stellte, was es mit den Gänsekeulen auf sich habe, sagte sie laut Vermerk, gleich käme ihre Mutter (Hillesheims Lebensgefährtin), die habe hier das Sagen. Die Mutter betreibt in Engers eine Gaststätte, die gerade mit der Aktion „All you can eat ... Gänsekeule“ wirbt. Dass diese Delikatesse allerdings, zumindest zeitweise, in der Deichwelle zubereitet wird, fand der Küchenchef doch sehr erstaunlich.
Zur Rede gestellt, sagte die Gastronomin dem Küchenchef dann, sie habe die Genehmigung, die Küche zu benutzen, wann und so oft sie wolle. Sie habe es nicht nötig, sich im Voraus bei ihm anzumelden. Sie werde sich nun an die Stellen wenden, die für ihn zuständig sind, damit der Fall geklärt wird.
Keine drei Stunden später hatte der Koch dann ein Personalgespräch bei Dirk Hillesheim, der laut Vermerk „sehr aufgebracht“ war und den neuen Mitarbeiter nicht zu Wort kommen ließ, sondern „extrem nervös und laut“ gewesen sei. Hillesheim warf ihm demnach vor, seinen Job mit ungewöhnlicher Arroganz anzugehen und verstieg sich zu der Aussage, ihm sei es am liebsten, er würde seine Schürze ausziehen und nach Hause gehen. Die Frage, ob dies nun eine Kündigung sei, ließ Hillesheim unbeantwortet.

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Leserkommentare (6)

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von Spiff vom 13.12 - 22:49 Uhr
Vielen Dank Herr Hillesheim, für Ihre Verdienste die Politikverdrossenheit der Bürger noch zu steigern. Private Vorteilsnahme auf Kosten ...
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von 1984_neusprech vom 14.12 - 10:52 Uhr
Wenn's nicht unter Parteifreunden ist, nennt man sowas "Untreue" und klagt auf Schadenersatz.
3
von Brigitte vom 14.12 - 17:22 Uhr
kleiner Irrtum

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