In der Koblenzer Altstadt eskaliert die Gewalt
Koblenz - Die Koblenzer Innen- und Altstadt hat insbesondere an den Wochenenden ein handfestes Gewaltproblem. Außerdem: Geparkte Autos zu beschädigen, scheint für immer mehr Zeitgenossen zum Hobby zu werden. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die die Polizei Koblenz jetzt bei einer Sitzung der Initiative "Sicherheit in unserer Stadt" vorgestellt hat.
Ein Plus von 58 Prozent: Die Zahl von gefährlichen Körperverletzungen auf öffentlichen Koblenzer Straßen und Plätzen, begangen zwischen Donnerstagabend und Sonntagnacht, ist von 2010 bis 2011 rapide in die Höhe geschnellt (in absolute Zahlen: 2010: 39; 2011: 62). Gleiches gilt für den Bereich "vorsätzliche Körperverletzung" auf öffentlichen Plätzen und Wegen von Donnerstag bis Sonntag: Hier sind die Zahlen um 35 Prozent nach oben geklettert (absolute Zahlen: 2010: 82; 2011: 111).
Frust wird an Autos abreagiert
Bei den Sachbeschädigungen an geparkten Pkw gibt es an den Wochenenden (Donnerstag bis Sonntag) zwar von 2010 auf 2011 nur eine leichte Zunahme, nämlich um 3 Prozent (101 in 2010 auf 104 in 2011). Und die Zahl anderer Sachbeschädigungen hat an den Wochenenden sogar abgenommen, ist von 55 auf 53 Fälle gesunken (minus 3,5 Prozent). Aber: Betrachtet auf das Gesamtjahr ergibt sich ein weniger erfreulicheres Bild. Bei den Sachbeschädigungen an Pkw ist die Zahl um 50 Prozent (von 22 auf 33 Fälle) geklettert, bei sonstigen Sachbeschädigungen gibt es eine Steigerung von 37 Prozent (16 Fälle 2010, 22 Fälle 2011).
Insbesondere ist es jedoch die Gewaltbereitschaft der Partygänger in der Koblenzer Altstadt, die der Polizei an den Wochenenden Kopfzerbrechen und jede Menge Arbeit bereitet. "Koblenz und insbesondere die Altstadt haben sich zu einem örtlichen Brennpunkt entwickelt", findet Thomas Fischbach, Leiter der Koblenzer Polizeiinspektion 1, deutliche Worte. Das Lagebild für die Altstadt und die Koblenzer Stadtmitte, das die Polizei zeichnet, sieht wie folgt aus: Es herrscht eine Dominanz von "Rohheitsdelikten" (Körperverletzung) in Kneipen, Discos, Gaststätten und auf den Verbindungswegen der Gastronomie sowie im Bereich der Haltestellen des öffentlichen Personennahverkehrs.
In den Nächten von Donnerstag auf Freitag, von Freitag auf Samstag, sowie von Samstag auf Sonntag gibt es eine "signifikante Häufung" von Körperverletzungsdelikten. Häufig mit im Spiel: Alkohol. Die Tatverdächtigen: junge Männer, Heranwachsende, Jugendliche und Kleingruppen. Und die verprügeln sich nicht nur gegenseitig. "Es herrscht auch eine hohe Gewaltbereitschaft gegenüber der Polizei", berichtet Thomas Fischbach, und weiter: "Manche sind in einem regelrechten Gewaltrausch, bei dem alle natürlichen Hemmungen verschwinden."
















Diesen Artikel versenden