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    KoblenzSparkasse Koblenz schließt zehn Filialen

    Die Sparkasse Koblenz hatte bislang den Ruf, fast flächendeckend in Stadt und Region präsent zu sein. Doch schon Ende September wird sich einiges ändern.

    Trotz guter Ergebnisse leitet die Sparkasse Koblenz einen Umbruch ein: Zehn Filialen werden geschlossen und mit anderen zusammengelegt. Foto: Kallenbach
    Trotz guter Ergebnisse leitet die Sparkasse Koblenz einen Umbruch ein: Zehn Filialen werden geschlossen und mit anderen zusammengelegt.
    Foto: Kallenbach

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Das vor 211 Jahren gegründete Institut will bis Ende September Filialen schließen und zusammenlegen. Künftig soll es nur noch 38 anstatt wie bisher 48 Geschäftsstellen geben. Von den Veränderungen sind rund 35 Mitarbeiter betroffen, die in andere Geschäftsstellen umziehen müssen. Entlassungen schließt der Vorstand der Sparkasse Koblenz ausdrücklich aus.

    In die verbleibenden Standorte will der Marktführer in Koblenz und Teilen des Landkreises massiv investieren: Innerhalb von fünf Jahren sollen rund 20 Millionen Euro für Modernisierungen bereitgestellt werden, wobei der Schwerpunkt in der technischen Infrastruktur liegen wird.

    Ende vergangener Woche hatte sich der Verwaltungsrat für die Reform ausgesprochen, am Dienstag trat der Vorstand vor die Presse. Vorsitzender Matthias Nester und Ernst Josef Lehrer machten deutlich, dass es um die Antwort auf eine zentrale Frage geht: Wie stellt sich die Sparkasse Koblenz für die Zeit nach 2020 auf? Zwar schreibt die Sparkasse Koblenz, die eine Bilanzsumme von rund 4,1 Milliarden Euro hat, noch tiefschwarze Zahlen, doch gilt es aus Sicht des Vorstands nun, dafür zu sorgen, dass dies auch so bleibt. Und angesichts der Niedrigzinsphase, die aus Expertensicht auch in den kommenden Jahren anhalten wird, ist das keine leichte Aufgabe. "So wie es jeden Privatanleger trifft, trifft es natürlich auch die Sparkasse", so Matthias Nester. Für den Vorstandschef ist eine riskantere Anlagestrategie keine Option.

    Das zweite Problem der Sparkassen ist, dass sich das Kundenverhalten in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Die meisten Kunden erscheinen nur noch ein bis zwei Mal im Jahr, um persönlich mit ihrem Berater zu sprechen. Der Rest wird online erledigt. Das haben interne Untersuchungen ergeben. Eine weitere Zahl: Von den rund 110 000 Girokonten bei der Sparkasse Koblenz sind etwa 50 000 reine Online-Konten - Tendenz steigend. Dafür spricht die Tatsache, dass heute fast 100 Prozent der unter 30-Jährigen im Netz unterwegs sind. Und auch die Älteren informieren sich oder wickeln ihre Geschäfte zunehmend via Internet ab. So liegt die Quote bei den über 60-Jährigen bei mehr als 60 Prozent.

    Und dann ist da noch die Sache mit den Öffnungszeiten: Die Statistik zeigt, dass heute ein großer Teil der privaten Bankgeschäfte nach Feierabend oder am Wochenende erledigt wird. Die Sparkasse will diesem Trend mit einem massiven Ausbau ihres Internetangebots gerecht werden. Ein Abschied vom Filialmodell sei das jedoch nicht. "Die Geschäftsstellen bleiben der genetische Code der Sparkasse", so Matthias Nester. Der Vorstandschef sprach am Montag sogar von einer Dezentralisierung. Denn das Institut will den verbleibenden Geschäftsstellen mehr Kompetenzen geben. Dazu gehört beispielsweise, verstärkt Geschäftskundenberater oder Spezialisten für Kapitalanlagen in der Fläche einzusetzen. Und auf Wunsch sollen in den Filialen weitere Spezialisten per Videokonferenz dazugeschaltet werden.

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