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    Rheinland-PfalzSitzung des Hahn-Aufsichtsrats: Frist für den Flughafen Hahn verlängert

    Geschlagene 45 Minuten mussten die Journalisten auf den Beginn der Pressekonferenz nach der Sitzung des Hahn-Aufsichtsrats warten. Dann erst konnte Wissenschaftsstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD), der Chef des Kontrollgremiums, die Ergebnisse verkünden: Der Hunsrück-Airport erhält eine neue Frist, in der sich sein Schicksal entscheidet.

    Flugzeugstart
    Symbolbild
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Die Wirtschaftsführer der Dornbach GmbH haben die bestehende positive Fortführungsprognose aufrecht erhalten und nicht einkassiert. Warum sie zu diesem Resultat kamen, haben die Finanzexperten auf 40 Seiten dokumentiert – auf Wunsch des Aufsichtsrats.

    Angesichts der angespannten Gesamtlage wollen sich alle Seiten – Gesellschafter Land, der Aufsichtsrat, die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft FFHG – absichern. Sollte der Flughafen am Ende doch insolvent gehen, setzt naturgemäß eine intensive Schwarze-Peter-Suche ein. Auch deswegen dürfte das Gutachten der Dornbach GmbH so umfangreich ausgefallen sein. Keiner will sich einer etwaigen Insolvenzverschleppung schuldig machen, schon gar keine Geschäftsführung.

    Offenbar sind die 13 Kaufinteressenten so substanziell, dass eine wirtschaftliche Perspektive für den Flughafen möglich erscheint. Mehr sagt die Einschätzung der Wirtschaftsprüfer nicht aus. Sie basiert auf einer Beurteilung des Regierungsberaters Martin Jonas von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG (Stand 6. September). Die Ampelregierung arbeitet mit einem doppelten Netz zur Absicherung.

    Dornbach spricht in seiner Expertise für den Aufsichtsrat von „positiven Kaufpreisindikationen“. Offenbar wollen mindestens zwei potenzielle Käufer etwas für den hoch defizitären Airport bezahlen. Zudem ist von einem „guten Zwischenergebnis die Rede“, um den Verkaufsprozess zu „konkretisieren und fortzuführen“.

    Die Fortführungsprognose ist die zentrale Voraussetzung, um einen Teil des 34-Millionen-Landesdarlehens für den Hahn anzuzapfen. Sollte es tatsächlich gebraucht werden, würde es wohl frühestens Anfang November fließen, so Hahn-Geschäftsführer Markus Bunk. Es soll in Tranchen ausgezahlt werden, hieß es vom Aufsichtsrat, der die Geschichte unserer Zeitung vom Wochenende bestätigte.

    Der Haken: Bislang liegen noch keine durchfinanzierten Angebote für den Hahn vor. Nach Informationen unsere Zeitung sollen sich nicht mehr als drei flugaffine Unternehmen beworben haben. Findet sich kein zugkräftiger Käufer, kann die positive Fortführungsprognose kurzfristig widerrufen werden. Das Darlehen darf nicht fließen, und es droht die Insolvenz.

    Der neue Fünf-Jahres-Vertrag mit dem Billigflugunternehmen Ryanair wurde vom Aufsichtsrat gebilligt, wenngleich einzelne Mitglieder monierten, nicht informiert worden zu sein. Der Kontrakt ist ab dem 1. April 2017 gültig.

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