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    Neuwied/Buchholz: Dahs-Krane zieht Großauftrag an Land

    Bei diesen Zahlen muss Manfred Dahs nicht lange rumrechnen – wichtige Ziffern hat der Geschäftsführer von Dahs-Krane in Buchholz immer präzise im Kopf: „Vier Trägerbrückenlaufkräne – das sind gut 420 Meter Stahl und rund 70 Tonnen Gewicht, für das wir zum Versand 5 Schwerlasttransporter brauchen.“

    Präzision ist bei der Fertigung der tonnenschweren Krane, die Firmengründer Manfred Dahs (rechts) in alle Welt verschickt, gefragt.
    Präzision ist bei der Fertigung der tonnenschweren Krane, die Firmengründer Manfred Dahs (rechts) in alle Welt verschickt, gefragt.
    Foto: Creativ

    Buchholz - Bei diesen Zahlen muss Manfred Dahs nicht lange rumrechnen – wichtige Ziffern hat der Geschäftsführer von Dahs-Krane in Buchholz immer präzise im Kopf: „Vier Trägerbrückenlaufkräne – das sind gut 420 Meter Stahl und rund 70 Tonnen Gewicht, für das wir zum Versand 5 Schwerlasttransporter brauchen.“

    Von unserem Redakteur Mario Quadt

    Präzision ist auch gefragt in seinem Metier. Denn wenn die jeweils 24 Meter langen Stahlungetüme, die jetzt in die russische Republik Dagestan gehen, vom Hof im Buchholzer Industriepark Nord gerollt sind, liegen bald rund 4000 Kilometer Entfernung zwischen den Kranbauern im Westerwald und den Auftraggebern am Kaspischen Meer. Dieser und weitere Großaufträge sorgen dafür, dass Dahs-Krane gute Geschäfte macht.

    Besonders gen Osten verlassen die Schwerlaster das Firmengelände – zumeist in ehemalige Sowjetrepubliken. Kein Zufall, wie Manfred Dahs im Gespräch mit der Rhein-Zeitung berichtet. „Der Nachholbedarf dort ist enorm“, erläutert der gelernte Elektromeister, der sich vor mehr als einem Vierteljahrhundert selbstständig machte. Während einer Reise nach Machatschkala, wo die Dahs-Krane in einer Betonteilefertigung ihre Arbeit aufnehmen, entdeckte er mancherorts kurios und improvisiert anmutende Techniklösungen. „Es wird alles unternommen, um eine Maschine am Laufen zu halten“, sagt der Firmenchef. Er habe aufgehört, sich darüber zu wundern, dass außerhalb Deutschlands Sicherungen mit dem Stanniolpapier aus Zigarettenschachteln geflickt oder Relais mit Drähten zusammengedreht werden. Dahs weiß aber mit der Mentalität umzugehen. „Wenn von einer Stunde gesprochen wird, kann unsereins mit vier Stunden rechnen.“

    Produkte aus Deutschland stehen in Russland jedenfalls hoch im Kurs. Und noch ein Phänomen ist Dahs aufgefallen: „Je weiter weg wir von Moskau sind, desto weniger wollen die mit Moskau zu tun haben.“ Heißt: Die aufstrebenden Firmen fern der großen Hauptstadt bestellen ihre Waren lieber in Deutschland als in den gigantischen Gewerbeparks rund um Moskau. „Es gibt viele Millionenstädte in Russland“, weiß Dahs – was gut ist fürs Geschäft.

    Einen Großauftrag in Deutschland beschert Dahs die Energiewende. An einen Windradproduzenten liefern die Buchholzer einen 80 Tonnen schweren Kran nach Itzehoe. Zum Vergleich: Jeder der vier Trägerbrückenlaufkräne, die nach Dagestan gingen, bringt es auf 16 Tonnen Gewicht. Großanlagen mit 80 Tonnen verlassen das Buchholzer Werk höchst selten. Was ihn besonders freut: „Diesen Auftrag wollten viele Mitbewerber haben. Wir haben aber wohl den besten Eindruck hinterlassen.“ Flexibilität ist das Zauberwort, welches die Auftragsbücher im Buchholzer Ortsteil Mendt füllt. Für deutlich größere Anbieter der Branche seien flexible Größen nur schwer zu realisieren. Besonders in den Republiken der früheren Sowjetunion sieht Dahs großes Potenzial: „Der Bedarf an neuer Technik wird in 50 Jahren nicht aufgeholt sein.“

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