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  • Buga 2031 von Bingen bis nach Remagen?

    Rheinland-Pfalz. Die rheinland-pfälzische CDU will eine mögliche Bundesgartenschau 2031 im Mittelrheintal räumlich ausweiten. Fünf Landtagsabgeordnete aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz plädierten im Gespräch mit unserer Zeitung dafür, die publikumsträchtige Großveranstaltung bis an die nordrhein-westfälische Landesgrenze zu ziehen.  Sie fordern konkret: "Die Buga 2031 sollte auch die Landschaften nördlich von Koblenz mit ins Konzept einschließen."

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Die CDU-Politiker Guido Ernst, Josef Dötsch, Horst Gies, Hedi Thelen und Ellen Demuth regen eine Planung an, die die Großregion "vom Rolandsbogen bis zum Mäuseturm" umfasst, also von Remagen bis Bingen reichen würde.

    Nach Überzeugung der Christdemokraten muss das nördliche Rheinland-Pfalz stärker als bisher vorgesehen von den erwarteten Geldern und Wachstumsimpulsen profitieren, sollten die Buga-Pläne 2031 tatsächlich Realität werden. Das Rheintal nördlich von Koblenz hat, so die Meinung der Christdemokraten, eine Menge an historischen und landschaftlichen Schätzen zu bieten, die sich integrieren lassen.

    Alles soll bewundert werden können

    "So könnten die hochdekorierten Wanderwege im Ahrtal ebenso eine Rolle spielen wie der Laacher See und direkt am Fluss der Rolandsbogen, das Arp Museum, die Apollinariskirche, die Brücke von Remagen und die 2000 Jahre alte Stadt Andernach mit ihren römischen Funden und ihrem Kaltwassergeysir", erklären die Abgeordneten gemeinsam. Und weiter: "Auf der rechten Rheinseite präsentierten sich der Limes als Weltkulturerbe und die Römerwelt in Rheinbrohl, das Sayntal mit Sayner Hütte, Abtei, Schloss und Schmetterlingsgarten." Selbst Schloss und Zoo in Neuwied, die Burg in Linz, die Erpeler und Rheinbrohler Lay und die Insel Niederwerth wollen sie einbezogen wissen.

    Eine räumliche Ausweitung der Buga wird nach Einschätzung der Christdemokraten auch durch den Rückbau des Kernkraftwerks Mülheim-Kärlich erleichtert. Der weit sichtbare Kühlturm soll demnächst abgerissen werden. Für Hedi Thelen gibt es kein "stichhaltiges Argument", mit einer Bundesgartenschau bereits in Koblenz Schluss zu machen.

    Schlechtet Erfahrung mit der Riesen-Buga 2015 schrecken nicht ab

    Ernüchtern lassen sich die CDU-Politiker auch nicht von der Tatsache, dass der ersten dezentralen Buga im Havelland offenbar Millionenverluste drohen. Die Zuschauerresonanz war enttäuschend. Das Konzept, eine Buga räumlich zu entzerren und in fünf Städten und zwei Bundesländern (Brandenburg und Sachsen-Anhalt) stattfinden zu lassen, ist neu.

    "Man muss aus diesen Erkenntnissen lernen", meinte Thelen mit Blick auf das Havelland. Ihr Fraktionskollege Guido Ernst glaubt, dass die Buga in Ostdeutschland nicht mit einer ähnlichen Veranstaltung im Rheintal vergleichbar ist. Er sieht den Rhein als verbindendes Band und verweist auf eine gute Verkehrsanbindung.

    Die fünf CDUler sind überzeugt, dass die Zeit günstig ist, die Buga-Pläne größer zu denken. "Ohnehin geplant sind ein Burgennetzwerk, als Entree im Norden findet in der nordrhein-westfälischen Stadt Bad Honnef 2020 eine Landesgartenschau statt", erklären sie. Nun will die CDU für ihren Ansatz werben.

    Auch das Welterbe soll bis Bonn wachsen

    Zugleich unterstützen die fünf Parlamentarier grundsätzlich die Pläne der Bürgerinitiative "Romantischer Rhein", die dafür eintritt, dass das Mittelrheintal bis Bonn Welterbestatus erhält. Die Christdemokraten sehen allerdings noch Gesprächsbedarf. "Wir müssen prüfen, ob ein Welterbestatus die wirtschaftliche Entwicklung hemmen kann", schränkte Ellen Demuth ein.

    Die Bürger sind gefragt: Schwimmende Buga-Bürgerkonferenz am 12. Oktober

    Für die Bewerbung zu einer Bundesgartenschau (Buga) 2031 will der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal möglichst viele Bürger frühzeitig mit ins Boot holen. Und das zum Auftakt im wahren Wortsinn: Alle Interessierten sind für Montag, 12. Oktober, zu einer Bürgerversammlung auf der "MS Loreley" eingeladen. Das Schiff legt um 18.45 Uhr in St. Goar und um 19 Uhr in St. Goarshausen ab. Dort legt die schwimmende Buga-Bürgerkonferenz auf dem Mittelrhein dann gegen 21 Uhr wieder an. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten die Veranstalter um Anmeldung unter Telefon 06771/599 445 oder per E-Mail.

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