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    Limburg/WiesbadenSchande für das Bistum: Pfarrer fordern Rücktritt des Bischofs

    Baukostenexplosion und Täuschungsvorwurf: Immer mehr Katholiken halten den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht mehr für tragbar.

    Bischof Tebartz van-Elst
    «Nur im Miteinander gibt es Halt», meint Franz-Peter Tebartz-van Elst.
    Foto: Boris Roessler - DPA

    Limburg/Wiesbaden. Baukostenexplosion und Täuschungsvorwurf: Immer mehr Katholiken halten den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst nicht mehr für tragbar. Der Theologe Thomas Schüller von der Uni Münster und der Sprecher der 20 kritischen Pfarrer des "Hofheimer Kreises", Ludwig Reichert, fordern seinen Rücktritt. Tebartz-van Elst müsse die Verantwortung für die Kostensteigerung übernehmen, sagte Prof. Schüller. "Das ist ein großer Flurschaden, nicht nur im Bistum Limburg. Das trifft die gesamte Kirche in Deutschland. Das ist ein Skandal, und dieser muss Konsequenzen haben." Auch Thomas Schneider, Mitglied von "Wir sind Kirche" aus Lahnstein, sagt: "Dieser Bischof ist eine Schande für das Bistum und sollte endlich zurücktreten."

    Die Baukosten für den neuen Bischofssitz summieren sich nach einer verwaltungsinternen Kostenrechnung auf rund 31 Millionen Euro. Dies hatte die Pressestelle des Bistums mitgeteilt - und zwar zunächst gegen den Willen des Bischofs, wie es beim Vermögens- und Verwaltungsrat hieß.

    Jochen Riebel vom Vermögensverwaltungsrat kritisierte den Oberhirten scharf. "Ich kann es mir nur so erklären, dass der Bischof von Limburg entweder ein raffinierter Betrüger oder krank ist", sagte Riebel der "FAZ". Obwohl das Gremium ihn mehrfach dazu aufgefordert habe, hatte Tebartz-van Elst weder Haushalte für die Jahre 2012 und für 2013 noch Einzelprojekte zur Genehmigung vorgelegt, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Der Lichtkünstler Oliver Bienkowski protestierte gegen die Baukosten auf seine Art: In Anspielung auf die zehn Gebote projizierte Bienkowski am Abend die Worte "Du sollst nicht stehlen" und eine Karikatur des Bischofs auf das Domportal.

    Viele Katholiken sind besonders verärgert, weil im Bistum drastisch gespart wird. So wird etwa die Zahl der Pfarreien deutlich schrumpfen. Lange diskutiert wurde im Bezirk Limburg über eine veränderte Gestaltung der Pastoralen Räume. Die Pläne sehen vor, dass es statt 15 künftig nur noch sieben Pfarreien gibt. Dabei handelt es sich um einen Vorschlag für den neuen Zuschnitt der verschiedenen Gebiete, der eventuell noch verändert werden kann.

    Das Bistum reagiert mit dem Neuzuschnitt auf den deutlichen Rückgang der Zahl der Katholiken, die in den vergangenen zehn Jahren um 8946 Menschen geschrumpft ist. Damit kommen kleinere Pfarreien an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Rückgänge sind außerdem bei der Zahl der Priester und bei den Pastoral- und Gemeindereferenten zu beklagen. Das kirchliche Leben vor Ort soll erhalten bleiben. Es gehe nicht um Verwaltungs-, sondern um Verantwortungsbereiche. Das komplette kirchliche Spektrum soll auch weiterhin angeboten werden. Beim Gemeindeleben komme künftig dem Engagement vor Ort eine größere Rolle zu. dpa/ag

     

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