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  • Ring-Manager finden Ringwelt zu groß

    Nürburg. In bisher nicht gekannter Schärfe haben die Nürburgring-Gesellschafter Kai Richter und Jörg Lindner die Vorgeschichte und Dimensionen des Projekts kritisiert: „Es ist gut, dass investiert wurde, es ist nicht gut, dass in der Größe investiert wurde, da stimmen wir alle überein“. (*Zu diesem Artikel gibt es einen gesonderten Blog-Beitrag unter  http://blog.rhein-zeitung.de/?p=14182)

    Der Ringboulevard (Archivfoto) ist "keine Einkaufsmeile", das Projekt Nürburgring 2009 insgesamt überdimensioniert: Das sagen die aktuellen Herren am Ring.
    Der Ringboulevard (Archivfoto) ist "keine Einkaufsmeile", das Projekt Nürburgring 2009 insgesamt überdimensioniert: Das sagen die aktuellen Herren am Ring.
    Foto: Katrin Steinert

    Nürburg - In bisher nicht gekannter Schärfe haben die Nürburgring-Gesellschafter Kai Richter und Jörg Lindner die Vorgeschichte und Dimensionen des Projekts kritisiert.

    „Es ist gut, dass investiert wurde, es ist nicht gut, dass in der Größe investiert wurde, da stimmen wir alle überein“, sagten Richter in einer Diskussionsrunde mit Fans und örtlichen Geschäftsleuten.

     

     (*Zu diesem Artikel gibt es einen gesonderten Blog-Beitrag unter  http://blog.rhein-zeitung.de/?p=14182)

     

    Lindner distanzierte sich auch: „Ich habe das hier nicht gebaut.“ Richter rechnete auch vor, dass es dort noch 42 kleine Baustellen gibt. „Wenn ich sie rumführte, das würde eine Woche dauern. Wir könnten hier zehn Tage die Woche arbeiten“, beide hätten einen „ganz schwierigen Job“. Allerdings, so Richter, trage die Arbeit Früchte. „Man wird in dieser Saison die ersten Erfolge sehen.“

    Als Beispiel nannten sie den erstmals am Nürburgring ausgetragenen „Fishermens Friend Strongmanrun“, bei dem sie mit bis 10.500 Teilnehmern und bis zu 50.000 Besuchern rechnen.

    Allerdings mussten die rhetorischen gewandten Manager sich auch anhören: „Das ist doch alles Verarsche, was Sie hier machen. Sie kassieren auf unsere Kosten.“ Das waren weitere Punkte:

    Der „neue Ring“ und die Besucherzahlen: Mehrfach auf schwache Besucherzahlen des RingBoulevards und des RingWerks angesprochen baten die Verantwortlichen um „Zeit, die Formate zu entwickeln“. „Sie dürfen sich den Boulevard nicht als Shoppingmeile vorstellen. Wir müssen Veranstaltungsformate finden, die die hervorragende Location nutzen, die so kein anderer hat.“ An anderen Rennstrecken gebe es keine ähnliche Infrastruktur, dort saufe man ab, wenn es regne. Lindner: „Wir wollen zeigen, dass der Nürburgring die beste Eventlocation in Deutschland ist.“ Diese Saison werde erfolgreicher sein als die vorherige, und die im kommenden Jahr erfolgreicher als die diesjährige. Lindner und Richter luden dazu ein, Vorschläge zu machen.

    Der „neue Ring“ und der Motorsport: Ohne konkreter zu werden erklärten sie, es sei auch ein Konzept in Arbeit, um noch motorsportlastiger zu werden. Den Vorwurf, vor allem die Belange der Amateurmotorsportler nicht zu kennen und nicht zu berücksichtigen, wird der Nürburgringführung von Fans und ansässigen Unternehmen häufiger gemacht. Richter griff das auf: „Uns verbindet der Führerschein Klasse 1 und 3 mit dem Motorsport.“ Das sei aber vielleicht ein Vorteil, um Bedürfnisse erkennen und den Motorsport für breitere Schichten attraktiver machen zu können. 

    Termine für Freizeitfahrer auf der Nordschleife zu finden, sei dieses Jahr „außerordentlich schwierig“. Begründet wurde das mit dem 24-Stunden-Rennen, das in 2011 „außerordentlich weit nach hinten in die beste Zeit des Jahres“ rücke, und mit der Formel 1. „Die blockiert uns nahezu zwei Wochen.“

    Der Ring und die Motorradfahrer: Bei den Touristenfahrten werden Motorräder und Autos doch nicht zwangsläufig zusammen unterwegs sein. „Die Gefahr, da abgeschossen zu werden, ist relativ groß“, kritisierte ein Biker im Publikum. Lindner hielt dem entgegen, dass jeden Tag ein Puffer von zweieinhalb Stunden vorgesehen sei, „wo wir überlegen, Zeiten nur für Motorradfahrer einzurichten“. Überlegt werde auch, geführte Touren anzubieten, dazu sei man mit Marshalls und Fahrsicherheitszentrum im Gespräch.

    Der Ring und die Meinungsfreiheit: Richter sprach wörtlich von einem „irren“ Journalisten, der ihm nicht nur in den Urlaub nachfliege, der Nachbarn ausfrage und seine Kinder fotografiere. „Ich habe verdammt viel eingesteckt, aber irgendwann ist Schluss. Dass wir uns gegen Lügen wehren können, muss noch Recht sein“, so Richter, der dafür Beifall erhielt. Damit verteidigte er sich gegen den Vorwurf, er sei gegen Meinungsfreiheit. Nach einer Einstweiligen Verfügung gegen Mike Frison, Betreiber des Forums 20832.com/forum, hat das Forum geschlossen. Andernfalls laufe er ein untragbares finanzielles Risiko, weil er nicht für alle Forenbeiträge garantieren könne. Der Fall wird in der Forenszene weit über den Motorsport hinaus beobachtet. Auch gegen den Motorjournalisten Wilhelm Hahne, der das Geschehen am Ring besonders intensiv begleitet, ohne seinen Namen zu nennen, gab es Einstweilige Verfügungen. Lindner sprang Richter bei: „Wenn es mir passiert wäre, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich so besonnen juristisch reagiert hätte.“ Lindner erklärte zugleich, er halte die Meinungsfreiheit hoch: „Ich bin Titanic-Abonennt.“ (law/ua)

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