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    Rheinland-PfalzPolizei warnt vor gefährlichen Gefährten: Wenn die Tour auf dem Hänger tödlich endet

    Er wollte etwas Gutes tun, Kleider sammeln, damit es Jugendlichen und Menschen mit Behinderung im südamerikanischen Bolivien besser geht. Nun ist der 18 Jahre alte Pfadfinder aus dem Neuwieder Stadtteil Engers tot, gestorben bei der Boliviensammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der Diözese Trier. Ein tragischer Verkehrsunfall, bei dem ein Gefährt zum Einsatz kam, das man in dieser Form immer wieder auf der Straße sieht und vor dem die Polizei immer wieder warnt, auch jetzt vor den Vatertagstouren an Christi Himmelfahrt: einem Traktor mit bemanntem Anhänger.

    Die Anteilnahme am Schicksal des 18 Jahre alten Pfadfinders, der am Samstag bei einer Kleidersammelaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend gestorben war, ist groß. Wird die Sammlung auch künftig noch mithilfe von Traktorgespannen stattfinden können? Foto: Jörg Niebergall
    Die Anteilnahme am Schicksal des 18 Jahre alten Pfadfinders, der am Samstag bei einer Kleidersammelaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend gestorben war, ist groß. Wird die Sammlung auch künftig noch mithilfe von Traktorgespannen stattfinden können?
    Foto: Jörg Niebergall

    Den ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Koblenz zufolge fuhr das Gespann in diesem Fall auf der Engerser Landstraße im Bendorfer Stadtteil Mühlhofen, während sich auf dem Anhänger „verbotswidrig mehrere Personen aufgehalten“ haben sollen. Weil er einen Kleidersack aufsammeln wollte, sprang der 18-Jährige den bisherigen Erkenntnissen nach ab und übersah dabei eventuell ein entgegenkommendes Auto, das ihn erfasste und zu Boden schleuderte. Der junge Mann starb wegen „massiver Schädelverletzungen“ noch an der Unfallstelle.

    Den genauen Ablauf der Ereignisse soll ein Sachverständigengutachten klären, das die Staatsanwaltschaft in vier bis sechs Wochen erwartet. Sie ermittelt inzwischen gegen den 61 Jahre alten Fahrer des Gespanns wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

    Wie es mit der Boliviensammlung weitergeht, ist derweil noch unklar. Der Veranstalter BDKJ im Land verweist in dieser Frage auf die Presseabteilung des Bistums Trier. Dort will man sich noch nicht festlegen, ob der Todesfall Auswirkungen auf die Sammlung haben wird, bei der sich diesmal nach BDKJ-Angaben 2000 Jugendliche und junge Erwachsene in Koblenz sowie den Kreisen Mayen-Koblenz, Ahrweiler, Altenkirchen und Neuwied beteiligt haben. Bistumssprecher André Uzulis zufolge will man zunächst die Ermittlungsergebnisse abwarten und diese dann „sehr genau analysieren“. Weil die Boliviensammlung ihm zufolge aber überall im Bistum ähnlich abläuft, würden eventuelle Konsequenzen dann auch bistumsweit gelten.

    Beim bundesweiten Dachverband des BDKJ findet man hingegen schon jetzt deutlichere Worte. „Ich bin mir sicher, dass da Konsequenzen gezogen werden, das kann ich mir nicht anders vorstellen“, sagt eine Sprecherin. „Wir sind erschüttert über den tragischen Unfall.“ Eine vergleichbare BDKJ-Kleidersammelaktion in einem anderen Bundesland ist dort zwar nicht bekannt. Bei dem nächsten großen Hilfsprojekt, der „72 Stunden“-Aktion, bei der Freiwillige 2019 in sozialen Projekten mithelfen, will man jedenfalls großen Wert auf die Sicherheitsvorkehrungen legen.

    Erst Anfang des Monats hatte sich in Niederfischbach im Kreis Altenkirchen auch ein Unfall mit einem Traktorengespann ereignet. Dort kam auf dem Heimweg einer Maifete eine 18-Jährige zu Tode, nachdem sie vom Anhänger gefallen war. Die Polizeidirektionen Betzdorf und Neuwied haben die Fälle zum Anlass genommen, noch einmal auf die Gefahren hinzuweisen – auch mit Blick auf die Vatertagstouren zu Christi Himmelfahrt in der nächsten Woche. Die Beamten stellen klar, dass es nicht nur gefährlich ist, Personen auf landwirtschaftlichen Anhängern zu transportieren, die dafür nicht zugelassen sind, sondern auch verboten – selbst wenn sie provisorisch mit Biergarnituren oder Strohballen hergerichtet werden.

    Bei Kleidersammlungen wie der Boliviensammlung kann es demnach zwar durchaus erlaubt sein, dass Helfer die Kleidersäcke auf einen Anhänger werfen, der von einem Traktor gezogen wird. Mitfahren aber dürfen sie dort nicht, solange der Anhänger dafür nicht zugelassen ist.

    Anders sieht es zum Beispiel mit Planwagen aus, die darauf ausgerichtet sind, Personen zu transportieren. Für eine Vatertagstour rät die Polizei aber auch davon ab – und empfiehlt als Alternative den Fußmarsch mit dem altbewährten Bollerwagen. Denn die Feiertagslaune und der Alkohol führen oft zu einer gefährlichen Sorglosigkeit bei den Mitfahrern, haben die Beamten beobachtet. Und das Traktorgespann ist wesentlich langsamer als der normale Verkehr, was der Polizei zufolge Unfälle begünstigt.

    Von unserem Redakteur Johannes Bebermeier

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