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  • Plus Size-Modell: Westerwälderin macht mit Kleidergröße 42 Kalender und Karriere

    Wissen. Für eines der größten Modelabels in Deutschland gehört sie zu den zwölf schönsten „Plus-Size-Models“ zwischen Kiel und München: Silvana Denker aus Niederhövels findet sich auf der Juli-Seite des „Sheego-Kurvenstar-Kalenders“. Sie macht mit Kleidergröße 42 Karriere, will aber trotzdem noch ein paar Kilo abespecken.

    2500 Bewerberinnen hatte es auf ein Monatsblatt des „Kalenders 2013 schaffen wollen, der 28-jährigen Westerwälderin gelang es. Sie ist nun als Juli-Girl am Steuer eines Oldtimers zu sehen – und damit auf dem Sprung in die Topriege der „Plus-Size-Models“. Mit 28 sei sie dazu gerade im richtigen Alter.

    Alles im Griff: Silvana Denker steuert auf eine Kariere als "Plus Size"-Modell zu. 
    Alles im Griff: Silvana Denker steuert auf eine Kariere als "Plus Size"-Modell zu. 
    Foto: Sheego

    Was aber heißt „Plus Size“? Das Hanauer Modehaus „Sheego“ hat nichts zu tun mit der Welt der hageren Models mit Konfektionsgröße 32/34, wie man sie allenthalben in Fernsehen und Modezeitschriften sieht. „Plus-Size“, das steht in der Branche für Größen ab 38 aufwärts – eine nettere Umschreibung für Übergröße. „Das sind Frauen, denen man auch ansieht, dass sie Frauen sind“, erklärt Silvana selbstbewusst, „ich finde das schön – nicht dick, aber eben Kurven.“

    Sie selbst trägt Größe 42. Gern gibt sie zu, dass sie noch ein paar Kilo abspecken will. Doch damit hat sie kein Problem – auch nicht damit, dass sie mal mehr als 30 Kilogramm mehr wog als heute. „Da hatte ich eine private Krise und hab mir eine Schutzzone angefuttert.“ Wo aber begann ihr Weg auf den „Kurvenstar-Kalender“? Schon mit 18 hat sie „hobbymäßig gemodelt“ – nach dem Abitur, das sie in Wissen machte, und dann während eines sozialen Jahres an einer Schule für schwerst behinderte Kinder in Düren. Doch die Fotografen, die sie ablichteten, „konnten das oft nicht so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Da griff sie selbst zur Kamera und wurde Fotografin. Das war 2006. „Anfangs war das nicht leicht“, erinnert sie sich, „da kriegst Du dauernd zu hören: 'Ach, schon wieder ein Model, das fotografieren will.' Der Vorteil war, dass ich von vielen Profis Tipps zu Fototechnik und Bildgestaltung bekam.“

    Einen großen Schritt nach vorn schaffte sie, als sie per Zufall mit der Kamera bei einer Vorstellung des Otto-Films „Sieben Zwerge – der Wald ist nicht genug“ dabei war. Zur Präsentation des Juxstreifens kamen Otto Waalkes, Ralf Schmitz, Hans Werner Olm und Martin Schneider nach Siegburg. „Ich fuhr einfach hin und fragte, ob ich Fotos machen darf.“ Kurz: Die Bilder gefielen Schauspielern und Regisseur Douglas Welbat so gut, dass die damals 22-Jährige mit der Truppe zwei Wochen auf Promotour fahren und knipsen durfte. Die Bilder landeten immerhin auf der Website zum Film und der des Regisseurs.

    2007 und '08 studierte sie in Köln an einer Medienakademie Fotodesign – und verdiente sich ihr Geld als Assistentin für Menschen mit Behinderung. Als Fotografin lief das Geschäft langsam an, sie lichtete nicht nur Bands wie Subway to Sally oder Saor Patrol ab, drückte bei Hochzeiten oder für Porträts auf den Auslöser, sondern bekam auch Models vor die Linse. Über eine Freundin bekam sie die Chance, Amelie Klever, 2011 die Nummer drei von „Germany's Next Top Model“, zu fotografieren. Dann erfuhr sie von einem Modelcontest des Moderiesen „Ulla Popken“ im Internet. „Ich habe zwei Fotos von mir hingeschickt, und zwei Monate später war ich im Finale unter den ersten sechs. Ich wurde nach Norddeutschland zum Hauptsitz der Firma eingeladen, bekam ein Laufstegtraining und nach dem Fotoshooting eine komplette Setcard – mit der ich mich bei anderen Plus-Size-Agenturen bewerben konnte.“

    Mittlerweile wurden mehrere Agenturen auf die junge Frau aus Niederhövels aufmerksam: Curve Model Management Hamburg, andere in Amsterdam, in Dänemark, sogar in Südafrika. Im Frühjahr 2011 fuhr Silvana Denker erstmals über den großen Teich: Für ein Fotoshooting von „Ulla Popken“ in Los Angeles. Leinwandgroß hing dann im Sommer des Jahres ihr Porträt in den „Ulla Popken“-Filialen aller großen Städte Europas.

    Dabei fällt auf, wie wandelbar sie ist: Oft muss man auf Fotos zwei Mal hinschauen, um sie zu erkennen. Eine Frau mit vielen Facetten, ideal für den Modeljob. „Als ich meiner Mutter eins der ersten Fotos aus Los Angeles mailte, hat sie mich zuerst überhaupt nicht erkannt“, lacht sie.

    Den vorläufigen Höhepunkt ihrer angehenden Karriere erreichte sie durch das „Sheego“-Label, das im Frühjahr zum Casting für den „Kurvenstar“-Kalender aufrief. Motto: „Unbeschreiblich weiblich“. Im Sommer stand fest, dass die Westerwälderin ganz vorn bei den 2500 Bewerberinnen mitmischen würde: Sie kam in die Endausscheidung, zu der nur 45 Bewerberinnen eingeladen wurden. „Durch ein Voting bei Facebook“, erzählt sie, „musste ich gar nicht erst zu einem Vorcasting, sondern schaffte es da so weit nach vorn, dass ich sofort eingeladen wurde.“

    Mitte August stand sie in Hamburg vor der „Sheego“-Jury, wo die Finalistinnen alle im gleichen Outfit antreten mussten: Jeans, Bluse, rote Pumps. In der Jury saßen namhafte Vertreter der Branche, etwa der Hair- und Make-up-Artist und Fotograf Armin Morbach („Germany's Next Top Modell“), der später auch die Kalenderfotos machte; ferner der deutsche Popstar Cassandra Steen sowie das international renommierte Plus-Size-Model Candice Huffine aus New York. „Als die Siegerinnen bekannt gegeben wurden“, erzählt Silvana, „wurde es richtig spannend: Models, die ich selbst schon fotografiert hatte, wurden aufgerufen, und mein Name kam und kam nicht.“  Dann kam er doch. Tags darauf folgte ein Shooting an einer Tankstelle im Oldtimer, mit Hairstylisten, Make-up-Profis, Beleuchtern, Assistenten. Sie und die anderen elf Auserwählten wurden in klassischen Pin-up-Posen der 50er-Jahre ins Bild gesetzt.

    In Niederhövels, wo Silvana mit den zwei Chihuahua-Hunden „Killer“ und „Stöpsel“ im – selbst renovierten – Haus ihrer Großeltern lebt, will sie vorläufig bleiben. Auf dem Land ist sie gern: „Ich bin so viel unterwegs, dass ich froh bin, wenn ich zu Hause meine Ruhe habe.“ Die Frau, die im Alter zwischen 8 und 21 begeistert Volleyball gespielt hat, erst bei der SSG Etzbach, dann beim SC Altenkirchen, wo sie mit 16 sogar in die Regionalliga einstieg, bekommt nun als Model mittlerweile Aufträge vom Discounter „Kik“ ebenso wie vom Designer-Onlineshop „Navabi“ und ist in einer der jüngsten Ausgaben des US-„Rack Plus Magazines“ oder im norwegischen „D 2-Magazine“ zu sehen. Auf die Titelseiten hat sie es noch nicht geschafft. „Aber ich arbeite daran“, schmunzelt sie. „28 Jahre – das ist im Plus-Size-Bereich ein gutes Alter zum Durchstarten.“ Peter Seel

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