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    Rheinland-PfalzNicklige Nachbarn: Rheinland-Pfalz und Saarland im Zwist

    Zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz kracht es mal wieder. Die Regierungen streiten um die Reaktivierung einer grenzüberschreitenden Bahnverbindung. Nicht der erste Konflikt zwischen den Nachbarn.

    Nicklige Nachbarn: Rheinland-Pfalz und Saarland im Zwist
    Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (l, CDU) und der rheinland- pfälzische Ministerpräsidenten Kurt Beck (r, SPD) am Eurobahnhof in Saarbrücken (Archivbild): Zwischen den Bundesländern kracht es mal wieder. Die Regierungen streiten um die Reaktivierung einer grenzüberschreitenden Bahnverbindung.
    Foto: dpa

    Rheinland-Pfalz - Zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz kracht es mal wieder. Die Regierungen streiten um die Reaktivierung einer grenzüberschreitenden Bahnverbindung. Nicht der erste Konflikt zwischen den Nachbarn.

    Der vorerst letzte Akt begann mit einer kurzen und nicht wirklich spektakulären Pressemitteilung des saarländischen Umwelt- und Verkehrsministeriums. Darin ging es am 24. Januar um eine mögliche Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Homburg im Saarland und dem pfälzischen Zweibrücken. Es folgte einen Tag später zum selben Thema eine Mitteilung des Verkehrsministeriums in Mainz. Sie war deutlich länger und im Ton recht scharf. Rheinland- Pfalz und das Saarland streiten mal wieder. Es ist ein neues Kapitel in der Geschichte eine Nachbarschaft der eher nickligen Art.

    "Nach jahrelangem Drängen hat das Saarland reagiert", so lautete der erste Satz der Mitteilung aus dem Mainzer Ministerium. Anschließend warf Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) seiner saarländischen Amtskollegin Simone Peter (Grüne) vor, sie habe seinen Vorstoß als ihre Eigeninitiative verkauft. Dabei habe doch das Saarland seit Jahren die Reaktivierung der Bahnstrecke blockiert. Außerdem passte Hering der Stil nicht. Peter sei mit ihrer Pressemitteilung vorgeprescht, ohne ihn zu informieren.

    Der Streit über das Bahnprojekt ist kein Einzelfall. Fast schon legendär ist die Auseinandersetzung der beiden Nachbarländer in Sachen Flughafen. Bei Saarbrücken gibt es einen Regionalflughafen und im pfälzischen Zweibrücken auch. Die beiden Pisten liegen nur rund 30 Kilometer voneinander entfernt und sind auf Subventionen angewiesen. Immer mal wieder gibt es Überlegungen, ob nicht eine Zusammenarbeit oder Zusammenlegung der Flughäfen sinnvoll wäre. Zum vorerst letzten Mal sind entsprechende Verhandlungen im Jahr 2007 gescheitert. Schuld war - mal wieder - die jeweils andere Seite.

    Nicht wirklich zu einer Verbesserung des Verhältnisses trägt bei, dass sich Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) gerne mal laut Gedanken macht, ob das Saarland auf Dauer als eigenständiges Bundesland nicht zu klein sei. An der Saar löst das Befürchtungen aus, Rheinland-Pfalz wolle sich den kleineren Nachbarn einverleiben. Auch die Einwohner beider Länder haben so ihre Antipathien: In der Pfalz erzählt man sich am liebsten Witze, in denen Saarländer als Trottel dastehen - und umgekehrt.

    Im neuesten Streitfall geht es nun um eine etwa elf Kilometer lange Bahnverbindung, die 1989 für den Personenverkehr stillgelegt wurde. Sie liegt zu etwa 80 Prozent auf saarländischem Gebiet. Jetzt haben sich die Länder zumindest geeinigt, wie die Kosten für eine Vorprüfung der Reaktivierung aufgeteilt werden. Mit der Untersuchung sollen dann die Kosten für die Wiederbelebung der Strecke ermittelt werden. Wenn das Ergebnis vorliege, könne man gemeinsam nach einer konsensfähigen Lösung suchen, beschied Saar-Ministerin Peter ihren Amtskollegen.

    Das könnte schwierig werden. Eine letzte Schätzung aus dem Jahr 2005 bezifferte die Investitionskosten für eine Verlängerung des S- Bahn-Netzes nach Zweibrücken auf 12,7 Millionen Euro. 60 Prozent würde wohl der Bund beisteuern. Ministerpräsident Beck (SPD) hat dem Saarland bereits angeboten, auch die Hälfte von dessen Kosten zu übernehmen, obwohl die Strecke ja größtenteils auf saarländischem Gebiet liegt. Im Saarland lässt man durchblicken, dass das immer noch zu wenig sein könnte. Schließlich profitiere von einer Reaktivierung vor allem die rheinland-pfälzische Seite, heißt es im Saarbrücker Ministerium.

    "Was sollen wir noch tun?", rief Beck im Dezember in einer Debatte im Landtag in Mainz. "Enteignen, oder was sollen wir noch tun? Einmarschieren?" Das Protokoll vermerkte damals "Heiterkeit" im Plenum. Im Saarland fand diesen Scherz vermutlich nicht jeder lustig.

    Von Marc Strehler

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