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    Rheinland-PfalzLandes-SPD: Keine neuen Altenheime

    Die rheinland-pfälzische SPD will durchsetzen, dass im Land künftig keine neuen Altenheime mehr errichtet werden. Das ist Teil einer Demografie-Strategie, mit der die Fraktion möglichst vielen Rheinland-Pfälzern ein würdiges Leben im hohen Alter ermöglichen möchte.

    Rentner
    Die rheinland-pfälzische SPD will alternative Wohnformen fördern. Dazu startet eine Breite Kampagne nach der Sommerpause.
    Foto: DPA

    „Wir treten dafür ein, dass keine großen stationären Pflegeeinrichtungen mehr gebaut werden“, erklärte Fraktionschef Hendrik Hering im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dieses Ziel deckt sich mit dem Wunsch der Bürger: Niemand will ins Altersheim“, erläuterte der Sozialdemokrat weiter. Zumal weniger gut betuchten Senioren in der Regel nur noch ein Taschengeld von knapp 97 Euro im Monat bleibt. „Das reicht oft nicht einmal, um den Enkeln etwas zu schenken“, kritisiert Hering.

    Die SPD-Fraktion sieht aus mehreren Gründen Handlungsbedarf: Zum einen wird die Zahl der Rheinland-Pfälzer, die für ein Altenpflegeheim infrage kommen, stark steigen. 2007 lebten dort rund 28 000 Senioren, 2050 könnten es – rein statistisch – bereits 65 000 Senioren sein. Die Kosten würden geradezu explodieren.

    Zudem werden die künftigen Alten kaum ein weitgehend entmündigtes Leben im Heim akzeptieren, ist Hendrik Hering überzeugt. Die SPD tritt daher für einen „neuen sozialen Generationenvertrag“ ein.

    Die Genossen setzen dabei auf alternative Wohnformen: Wohngemeinschaften für Senioren oder Häuser, die mehrere Generationen unter einem Dach vereinen. Auch Genossenschaftslösungen sind denkbar: Bürger investieren in und verdienen an Wohnprojekten für Senioren und sichern sich schon einmal einen Platz, wenn sie selbst gebrechlich werden. Für solche Wohnanlagen gibt es auch zunehmend kommerzielle Anbieter. In diesen Fällen will die SPD – möglichst unbürokratisch – die Kontrolle und Überwachung durch staatliche Stellen verbessern, damit kein Schindluder mit Hochbetagten getrieben werden kann.

    Wohnraum für Senioren-Wohngemeinschaften gibt es künftig übrigens mehr als genug. Dafür sorgt allein schon der demografische Wandel, also die sinkende Bevölkerungszahl. Die SPD sieht nun die Chance, mit neuen Wohnformen die Verödung von Ortskernen und Stadtteilen zu verhindern. Zudem könnten auch allein wohnende Senioren mit riesigen, nahezu leer stehenden Häusern in ein solches Konzept einbezogen werden.

    Nach der Sommerpause will die SPD-Fraktion in jedem Wahlkreis für ihren Ansatz werben. „Wir wollen eine breite Bürgerbewegung anstoßen“, kündigte Hering an.

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

     

     

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