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    MainzKein Jubel, kein Winken: Mainzer bleiben zu Hause

    „Stell dir vor, der Bundespräsident kommt, und keiner geht hin“: Der alte Demonstranten-Spruch passte leicht abgewandelt auch diesmal wieder und war doch ein bisschen ungerecht.

    Foto: dpa

    Mainz. „Stell dir vor, der Bundespräsident kommt, und keiner geht hin“: Der alte Demonstranten-Spruch passte leicht abgewandelt auch diesmal wieder und war doch ein bisschen ungerecht.

    Tatsächlich gab das Protokoll den Bürgern nur zehn Minuten lang die Chance, einen Blick auf ihr Staatsoberhaupt zu erhaschen – wenn sie es denn gewollt hätten. Doch kein einziger Mainzer verirrte sich auf den Landtagshof in die eigens eingerichtete Besucherzone, um Christian Wulff zuzuwinken, während er mit Ministerpräsident Kurt Beck und weiteren rheinland-pfälzischen Regierungsmitgliedern zum Parlament hinüberläuft.

     

    Was er hinter verschlossenen Türen mit dem Kabinett und führenden Vertretern des Landtags besprach, konnte auch die Neugier der Journalisten nicht wirklich kitzeln. Warum dann überhaupt noch Antrittsbesuche, wo man sich doch schon eine halbe Ewigkeit aus dem Bundesrat und von anderen Begegnungen kennt? Es geht ums Klima. Wulff wirkt gelöst: Trotz 90-Stunden-Woche sei er jetzt eher Herr seines Terminkalenders als früher, als er in die unendlichen Pflichtübungen eines Landesvaters von Niedersachsen eingespannt war, plaudert Wulff unverdrossen vor Beck, der diese Pflichtübungen seit 16 Jahren absolviert und sich Abnutzungserscheinungen zumindest nicht anmerken lässt. Mit interessierter Miene lauscht Wulff den Exkursen von Landtagspräsident Joachim Mertes, der ihn über die Historie des Gebäudes und der darin aufbewahrten schwarz-rot-goldenen Fahne vom Hambacher Fest unterrichtet.

     

    Den Blick von der Hochterrasse des Landtags genießend, macht Wulff eine ausladende Geste zur Theodor-Heuss-Brücke über den Rhein: „Das muss Hessen sein“, sagt er mit einer Dosis Ironie, wohl kalkulierend, dass Nachbarländer stets Rivalitäten pflegen. Landtagspräsident Joachim Mertes pariert den Aufschlag: „Der Bundespräsident ist immer noch auf unserer Seite.“ Das ist Small Talk und nicht ganz zwecklos: Als Bundespräsident muss Wulff über den Parteien stehen, den Dialog mit Landesregierungen neu justieren. Persönliche Erinnerungen helfen da durchaus: 1980, der Bundestagswahlkampf von CSU-Chef Franz-Josef Strauß hat durch die Niederlage in Nordrhein-Westfalen einen Dämpfer erlitten. Helmut Kohl lädt den jungen Wulff, damals im Bundesvorstand der Schülerunion, in den Weinkeller der Mainzer Staatskanzlei ein, um die Stimmung ein wenig aufzuhellen. „Es ist ein bleibendes Erlebnis, wenn ein so junger Mensch Zuversicht ausstrahlen soll“, erinnert sich Wulff. Hätte die historische Stätte auf seinem Programm gestanden, hätte er gesehen: Der inzwischen unter Denkmalschutz stehende Keller sieht noch fast genauso aus wie damals.

     Von unserer Redakteurin Claudia Renner

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