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  • Kai Richter zieht sich aus Ring-Firma zurück

    Rheinland-Pfalz. Für den Schlussakkord der Debatte hatte sich Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch eine ganz besondere Nachricht aufgehoben: Kai Richter ist als Geschäftsführer der Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) am Nürburgring zurückgetreten.

    Nürburgring-Manager Kai Richter
    Kai Richter ist nicht mehr Geschäftsführer der Cash Settlement. (Archiv)
    Foto: DPA

    Rheinland-Pfalz - Für den Schlussakkord der Debatte hatte sich Innenminister Roger Lewentz (SPD) noch eine ganz besondere Nachricht aufgehoben: Kai Richter ist mit Wirkung von 15. August als Geschäftsführer der Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) am Nürburgring zurückgetreten. Sofort ging ein Raunen durch die Reihen. „Was hat Lewentz gesagt?“ „Richter zieht sich zurück?“

    Die Opposition fordert schon seit Monaten den Rückzug des umstrittenen Geschäftsmanns vom Nürburgring. Mit seiner Person werden zahlreiche finanzielle Unregelmäßigkeiten verknüpft. Der Kernverdacht: Richter soll fragwürdige Gewinne in einem undurchsichtigen Firmengeflecht erzielt und überteuerte Verträge mit Firmen abgeschlossen haben, an denen er beteiligt ist. Und das alles zulasten des Steuerzahlers. Vorwürfe, über die unsere Zeitung mehrfach unter dem Stichwort „CST-Affäre“ berichtete und die Basis staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen sind. Hinter dem sperrigen Namen „Cash Settlement & Ticketing GmbH“ verbirgt sich übrigens das bargeldlose Bezahlsystem am Nürburgring.

    Innenminister Lewentz wollte den Richter-Rückzug nicht kommentieren, schließlich ist der Unternehmer ein Geschäftspartner des Landes. Doch an der gut gelaunten Miene des Ministers war deutlich zu erkennen, dass er den Vorgang als Schritt in die richtige Richtung empfindet. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Alexander Licht indes redete im Gespräch mit unserer Zeitung Klartext: „Die CST fliegt Richter aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen um die Ohren.“ Und weiter: „Die Schlinge der Staatsanwaltschaft zieht sich langsam zu.“

    Richter selbst, den wir telefonisch im Strandurlaub erreichten, kann die Aufregung nicht verstehen. „Ein Geschäftsführer reicht mittlerweile völlig aus“, erklärte er. „In der CST werden nur noch ein paar Verwaltungsaufgaben erledigt. Mehr passiert da nicht mehr“, so der Geschäftsmann.

    In der Tat bedeutet Richters Rückzug aus der CST nicht Richters Rückzug vom Ring. Die CST ist mittlerweile eine Firma, die zwar großen Symbolwert, aber kaum mehr Bedeutung hat. Nach der Neuordnung im Dezember 2010 wurde das bargeldlose Bezahlsystem in die zentrale private Ringbetreiberfirma Automotive GmbH (NAG) überführt.

    Richter indes bleibt Gesellschafter der Automotive und deren Generalbevollmächtigter. Damit hält er – gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Jörg Lindner – am Ring (zunächst) weiter alle Fäden in der Hand. In der vorangegangenen Debatte im Landtag forderte CDU-Politiker Licht ein Maximum an Transparenz und die Offenlegung aller Verträge am Nürburgring. Danach ist die CDU durchaus bereit, einen Landeszuschuss von bis zu fünf Millionen Euro für den Rennzirkus mitzutragen. Für das jüngste Formel-1-Spektakel am Ring betrug dieser noch 13,5 Millionen Euro.

    Rot-Grün will den Zuschuss stark runterfahren. Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler sprach sich dabei aber nicht mehr grundsätzlich gegen die Formel 1 aus: „Ich sehe die bundesweite Bedeutung für den Motorsport und auch die volkswirtschaftliche Bedeutung für die Eifel.“

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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