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  • „Ja zum Nürburgring“ will 1,6 Millionen zurück

    Köln/Mainz - Beim Koblenzer Landgericht liegt seit Donnerstag in Sachen Nürburgring noch eine weitere Klage auf dem Tisch.

    Foto: dpa

    Köln/Mainz - Beim Koblenzer Landgericht liegt seit Donnerstag in Sachen Nürburgring noch eine weitere Klage auf dem Tisch.

    Der Verein „Ja zum Nürburgring“ will vor Gericht die Rückzahlung von 1,6 Millionen Euro erwirken, die er 2007 zur Finanzierung dringend notwendiger Sicherheitsmaßnahmen an der Nordschleife beigetragen hat. Beklagter ist in diesem Fall nicht die private Nürburgring Automotive GmbH, sondern die landeseigene Nürburgring GmbH.

    „Für uns ist die Geschäftsgrundlage zur Mitfinanzierung der Sicherheitsmaßnahmen weggefallen. Hätten wir 2007 gewusst, dass der Nürburgring inklusive Nordschleife verpachtet wird, hätte sich der Verein niemals finanziell engagiert“, so der Vorsitzende des Vereins, der ehemalige ADAC-Präsident Otto Flimm, bei einem Pressegespräch in Köln. Flimm und seine beiden Fachanwälte für Medien- und Urheberrecht, Dieter Frey und Matthias Rudolph, fürchten sogar, dass die Gemeinnützigkeit des Vereins in Gefahr ist. Der Automotive GmbH gehe es um Gewinnmaximierung, der Verein wolle jedoch den Breitensport fördern. Und der werde durch das Geschäftsgebaren der Automotive GmbH immer mehr zurückgedrängt.

    Kritik an der Landesregierung, die weiterhin zumindest ein Formel-1-Rennen am Nürburgring subventionieren will, übt indes die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner. Sie wirft Rot-Grün Dilettantismus beim Umgang mit der Formel 1 am Ring vor. „Für den Freizeitpark wurden 350 Millionen Euro versenkt. Damit sollten eigentlich die Verluste der Formel 1 ausgeglichen werden. Das ist aufgrund des Betriebskonzeptes nicht gelungen.“ Für Klöckner stellt der Streit um die Formel 1 auch „das Ende der Flitterwochen der rot-grünen Koalition“ dar, noch bevor die Landesregierung 100 Tage im Amt sei. „Für die Grünen ist der Nürburgring eine heiße Kartoffel“, so Klöckner.

    Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland macht Front gegen eine Vertragsverlängerung mit den Formel-1-Vermarktern. „Hier werden mit millionenschweren Steuergeschenken an den Milliardär Ecclestone fragwürdige und klimaschädliche Veranstaltungen subventioniert“, sagt Holger Schindler, rheinland-pfälzischer Landesvorsitzende des BUND. Für Schindler ist es unverständlich, „wie das Land bei einer derart angespannten Haushaltslage den Rennzirkus direkt subventioniert, während im Sozial- und Bildungsbereich oder im Naturschutz um jeden Euro gekämpft werden muss“.

    Von unserem Redakteur Uli Adams

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