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    In Rheinland-Pfalz soll es leiser werden

    Rheinland-Pfalz - Die rot-grüne Landesregierung will die Rheinland-Pfälzer künftig besser vor Lärm schützen. Es geht - natürlich - um Verkehrslärm, aber auch in Schulen und Kitas soll es leiser werden. Das Umweltministerium hat erste, ganz unterschiedliche Pilotprojekte im Land auf den Weg gebracht.

    Autos, Züge, Flugzeuge: Die Lärmbelastung in Rheinland-Pfalz soll sinken. 
    Autos, Züge, Flugzeuge: Die Lärmbelastung in Rheinland-Pfalz soll sinken. 
    Foto: DPA

    Rheinland-Pfalz - Die rot-grüne Landesregierung will die Rheinland-Pfälzer künftig besser vor Lärm schützen. Dazu hat das Umweltministerium jetzt erste Pilotprojekte auf den Weg gebracht. In Mainz und Trier werden für ein Jahr an innerörtlichen Hauptverkehrsadern nächtliche Tempolimits erprobt. Weitere Städte sollen hinzukommen.

    Noch ist unklar, ob die Autos künftig nur noch 30 oder 40 Kilometer pro Stunde schnell sein dürfen. Das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht begleitet das Pilotprojekt, indem es kontinuierlich den Lärmpegel misst. Im Ministerium ist man überzeugt davon, dass langsamere Autos leiser sind.

    Zugleich wird in Trier und Ludwigshafen der Aufbau von Fahrradverleihsystemen gefördert wie sie in Mainz schon existieren. Damit soll innerörtlicher Autoverkehr vermieden werden. In Ludwigshafen wird zugleich in Kooperation mit der Universität Bern erprobt, wie leisere Fahrstile eingeübt werden können („Eco-Drive“). Zu dieser ökologischen, geräuscharmen und vor allem Sprit sparenden Fahrweise gehört abruptes Bremsen zu vermeiden, das Auto bergab rollen zu lassen, unnötiges Gewicht wegzulassen und beim Anfahren direkt vom ersten in den höchstmöglichen Gang (oft den dritten) zu schalten. In Ludwigshafen werden zunächst städtische Mitarbeiter und Angestellte des Chemie-Konzerns BASF geschult. Das Projekt wird aber über diesen Kreis ausgeweitet.

    Das Umweltministerium hat nicht nur den Verkehrslärm im Blick, auch in Schulen und Kitas soll es künftig stiller zugehen. In mehren Verbandsgemeinden, darunter Altenglan (Landkreis Kusel) und Selters (Westerwaldkreis), erhalten Schulen und Kitas in jeweils ein bis zwei Räumen Akustikdecken. Diese unterdrücken störenden Schall besonders effektiv.

    Für die Pilotprojekte stellt das Land insgesamt 150 000 Euro bereit. Eine zweite Runde soll Ende des Jahres folgen. Dafür können weitere 150 000 Euro bewilligt werden. Alle Lärmschutzprojekte wurden von den betroffenen Kommunen vorgeschlagen und von dem neuen „Runden Tisch Lärm“ gutgeheißen. In dem Gremium arbeiten Regierung, Kirchen, Bürgerinitiativen, Vertreter von Wissenschaft und Kommunalen Spitzenverbänden zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: In Rheinland-Pfalz soll es ruhiger werden. Das Land will eine umfassende Anti-Lärm-Strategie entwickeln, die natürlich auch Bahn- und Luftverkehr umfasst. Der Runde Tisch befürwortet „Gesamtlärmbetrachtungen“ etwa am Hunsrück-Flughafen Hahn oder im Mittelrheintal. Dabei sollen alle möglichen Stör- und Stressfaktoren einbezogen werden.

    Ingesamt will das rheinland-pfälzische Umweltministerium verbindliche Grenzwerte. Die fehlen in der EU-Umgebungslärmrichtlinie. Daher treten die Grünen dafür ein, dass sich das Land an den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert. Der WHO-Lärm- und Gesundheitsexperte Rokho Kim hält für eine Übergangsphase einen nächtlichen Lärmpegel von bis zu 55 Dezibel für vertretbar. Insgesamt strebt die WHO aber 40 Dezibel an. Diesen Grenzwert will Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) im Landesemissionsgesetz festschreiben. Zum Vergleich: Ein normales Gespräch ist etwa 60 bis 65 Dezibel laut.

    Höfken beklagt, dass die derzeitigen Lärmschutzlinien noch nicht einheitlich und transparent genug sind. Zudem sieht sie die rheinland-pfälzischen Kommunen unter Druck, die zwar Lärmaktionspläne erstellen sollen, denen aber eine sichere Finanzierung und eine verlässliche Rechtsgrundlage fehlt. „Von daher sind die Kommunen zurückhaltend“, hieß es am Rande der Sitzung.

    Die größten Lärmverursacher wie die Deutsche Bahn, die US-Streitkräfte und die Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport sitzen übrigens nicht am Runden Tisch. Umweltministerin Höfken dazu: „Wir sind für alle offen.“

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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