40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Hells-Angels-Prozess: Lügt der Chef der Black-Death-Rocker?
  • Hells-Angels-Prozess: Lügt der Chef der Black-Death-Rocker?

    Flammersfeld/Koblenz. Hinter einem schwarzen Stahltor in Flammersfeld beginnt die Welt des Motorradklubs Black Death. Hier treffen sich die Rocker zu wilden Partys. Und: Hier soll der Black-Death-Chef (52) vom Vize-Chef (39) der Hells Angels Bonn derart brutal verprügelt worden sein, dass er aus Angst vor weiterer Gewalt sein Amt niederlegte. Jetzt steht der Hells-Angels-Vize mit weiteren sieben „Höllenengeln“ wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor dem Landgericht Koblenz.  

    Die Zentrale des Motorradklubs Black Death in Flammersfeld (Kreis Altenkirchen): Hier wurde der Rockerchef verprügelt.
    Die Zentrale des Motorradklubs Black Death in Flammersfeld (Kreis Altenkirchen): Hier wurde der Rockerchef verprügelt.

    Am siebten Prozesstag betrat der verprügelte frühere Black-Death-Chef den Gerichtssaal, setzte sich wenige Meter neben den Hells-Angels-Vize auf den Zeugenstuhl – und behauptete, er wisse nicht, wer ihn verprügelt hat. Obwohl er es bei seiner Aussage auf dem Polizeirevier noch gewusst hatte. Damals, im Mai 2015, hatte er laut Aussageprotokoll gesagt: Es war der Hells-Angels-Vize. Der Staatsanwalt warf ihm deshalb im Prozess vor, das Gericht vorsätzlich zu belügen. Ihm droht nun ein Strafverfahren wegen Falschaussage.

    Kurios: Der frühere Black-Death-Chef sprach ausnahmslos positiv über die Hells Angels Bonn. Probleme? Gab es nie mit ihnen! Ihr Chef Karl-Heinz B. (49), der im Jahr 2010 in Anhausen einen Elitepolizisten erschoss, sei „ein ruhiger Typ, ein gerader Mensch“. Aber: An seinen einstigen Kameraden ließ der Ex-Chef des Black Death kein gutes Haar: „Die haben mich im Stich gelassen. Die sind für mich gestorben. Mit denen will ich nie mehr etwas zu tun haben!“

    So kam es laut Anklage zur Prügelei im Black-Death-Klubheim an der Kescheider Straße: Am 23. Mai 2013 fahren der Hells-Angels-Vize und vier seiner Kumpels zum Klubheim. Sie wollen deren Chef bestrafen, da er sich weigerte, an einem von Karl-Heinz B. initiierten runden Tisch teilzunehmen. Der Hells-Angels-Vize, der Bruder von Karl-Heinz B., zieht den Black-Death-Chef ins Klubheim, schlägt und tritt auf ihn ein. Dann lässt er ihn mit gebrochener Nase und blutigem Gesicht zurück – und droht ihm: „Und du ziehst die Kutte aus und legst dein Amt nieder!“

    Doch der Ex-Chef des Black Death schilderte den Vorfall so: Am Tattag kamen vier Menschen zum Klubheim. Er weiß weder, wer das war, noch wer ihn verprügelte. Ja, er habe später mit dem Hells-Angels-Vize telefoniert, aber nicht um über die Tat zu sprechen, sondern nur um Gerüchte aus der Welt zu schaffen. Warum er ausgerechnet den Vize der Hells Angels anrief und nicht deren Chef, den er angeblich so schätzt, konnte er nicht fundiert erklären. Wir werden weiter über den Prozess berichten.

    Nach Niederlage vor Gericht: Verbietet jetzt der Bund die Hells Angels?Vorwürfe vor dem Landgericht: Outlaws sollen ihren Boss in Münstermaifeld vermöbelt haben Feiert sich der Hells-Angels-Chef als Polizistenmörder? Hells Angels klagen vor Gericht gegen das Land: Rocker wehren sich gegen Verbot ihres Vereins Rockerprozess: LKA gründet Motorradklub für Ermittlungen, Treffpunkt war eine Kneipe weitere Links
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Wetter
    Mittwoch

    17°C - 31°C
    Donnerstag

    17°C - 33°C
    Freitag

    17°C - 34°C
    Samstag

    19°C - 33°C
    epaper-startseite
    Anzeige
    Hartmut Wagner

    Prozesse in Koblenz: Hartmut Wagner berichtet aus dem Gerichtssaal. Er freut sich über Anregungen, Tipps oder Kritik per Mail.