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    Rheinland-PfalzHahn: Planen die Chinesen einen Coup?

    Planen die Chinesen am Flughafen Hahn den Coup des Jahres? Ein Konsortium unter Beteiligung des chinesischen Frachtflugunternehmen Yangtze River Express hat derzeit gute Chancen, den Hunsrück-Airport zu erwerben. Darüber berichtete unsere Zeitung jüngst exklusiv.

    Yangtze zum Hahn: Trickreiches Investoren-Manöver? Foto: dpa
    Yangtze zum Hahn: Trickreiches Investoren-Manöver?
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Doch sollte dieser Investor tatsächlich zum Zuge kommen, könnte dieses Geschäft von langer Hand und äußerst clever geplant worden sein. Denn Yangtze River Express hat dem Flughafen mit seinem Weggang zunächst einen schweren Schlag versetzt. Im März 2015 flackerten im Hunsrück von jetzt auf gleich sämtliche rote Lampen auf. Das chinesische Unternehmen machte nach erfolglosen Verhandlungen den Abflug. Der damalige Hahn-Chefunterhändler Christoph Goetzmann hatte nie den Eindruck, dass es eine Chance gab, den Großkunden zu halten.

    Der wollte unbedingt nach Süddeutschland. Warum, konnte niemand so recht erklären. Der Hahn geriet erneut kräftig ins Trudeln, Flughafenchef Markus Bunk musste viel Kritik einstecken. Von einem Tag auf den anderen hatte der Hunsrück-Flughafen mindestens 50 000 Tonnen (andere sprachen gar von 80 000 Tonnen) von insgesamt rund 133 000 Tonnen Frachtvolumen verloren. Dort, wo der Airport die größten Gewinnmargen erzielte, sprang ihm der wichtigste Kunde ab. Der Weggang von Air China Cargo hatte den Hahn zuvor schon schwer getroffen. Mit dem Abzug von Yangtze geriet vor allem das Hahn-Unternehmen VG Cargo in Turbulenzen.

    Was damals keiner ahnen konnte: Yangtze River Express mit Sitz in Schanghai, eine Tochtergesellschaft der HNA Group, könnte im März 2015 bereits den Kauf des Flughafens im Blick gehabt haben. Denn damals lief der Investorenprozess an.

    Kenner der Szene halten es für denkbar, dass die Chinesen ein raffiniertes Manöver einleiteten. Denn der Kaufpreis eines Unternehmens, hier also des Flughafens, ist immer auch vom Umsatz abhängig. Und diesen reduzierten Yangtze River Express und die HNA Group mit dem Weggang des Frachtflugunternehmens gewaltig. Das wiederum würde ihnen jetzt ermöglichen, billiger zu kaufen. Zumal sie das neue Geschäft (das eigentlich das alte ist), das sie mit in den Hunsrück bringen wollen, als Argument nutzen. Denn Yangtze River Express würde nach erfolgreichen Verhandlungen wieder zum Flughafen Hahn zurückkehren.

    Die HNA Group ist eine chinesische Unternehmensgruppe, die in der Millionenstadt Haikou am Südzipfel Chinas sitzt. Zu dem Konzern gehören eine Reihe von Passagier- und Frachtfluggesellschaften in China. Der lange Arm der HNA Group reicht aber auch nach Afrika und Frankreich. Sogar Reiseveranstalter und Industriebeteiligungen gehören zu dem Konzern.

    Zu dem Bieterkonsortium um Yangtze River Express sollen auch ein oder mehrere Investoren gehören, die nicht oder nicht direkt aus China kommen. Derzeit laufen die Verhandlungen um einen Erwerb des Flughafens auf Hochtouren. Vor der Landtagswahl am 13. März ist vermutlich aber nicht mehr mit einem Ergebnis zu rechnen. Chinesische Konzerne beziehen Termine von Landtagswahlen in der Regel nicht in ihre Planungen ein.

    Ohnehin dürften die Verhandlungen noch ein hartes Stück Arbeit werden. Beide Seiten können sich jederzeit in Details verbeißen, die solche Gespräche zum Kippen bringen können. Auf der Seite des Hauptgesellschafters Rheinland-Pfalz sitzt das Wirtschaftsberatungsunternehmen KPMG mit am Tisch. Zuletzt im Rennen waren noch drei Bieter. Alle hatten einen chinesischen Hintergrund und eine Frachtfluggesellschaft mit im Paket. Inzwischen fokussieren sich die Verhandlungen allerdings auf einen Favoriten, der auch das höchste Angebot abgegeben hat.

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