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    Gewaltexzess beim Freundschaftskick: Sozialstunden für frühere Engerser A-Jugend-Spieler

    Engers / Puderbach - Es sollte ein Freundschaftsspiel werden und eskalierte völlig: Der Testkick der kurz darauf abgemeldeten A-Jugend des FV Engers bei der SG Puderbach vor einem Jahr hatte wegen Gewaltexzessen der Engerser Spieler und einem dabei krankenhausreif geprügelten Trainer für Schlagzeilen gesorgt. Am Montag endete das juristische Nachspiel: Drei Ex-FV-Spieler wurden verwarnt und zur Ableistung von Sozialstunden (80/80 /40) verurteilt.

    Jetzt wurde der 57-Jährige wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
    Jetzt wurde der 57-Jährige wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
    Foto: dpa

    Es sollte ein Freundschaftsspiel werden und eskalierte völlig: Der Testkick der kurz darauf abgemeldeten A-Jugend-Vertretung des FV Engers bei der SG Puderbach vor einem Jahr hatte für Schlagzeilen gesorgt. Am Montag endete das juristische Nachspiel vor dem Neuwieder Amtsgericht, das drei Ex-FV-Spieler verwarnte und zur Ableistung von Sozialstunden (80/80 /40) verurteilte.

    Was war passiert? Das Testspiel im August 2011 hatte bereits unter schlechten Vorzeichen gestanden, da sich etliche FV-Spieler muslimischen Glaubens im Fastenmonat Ramadan befanden. Folglich hatten sie bis zum Anpfiff um 20 Uhr weder gegessen noch getrunken (und durften das auch während des Spiels nicht), was zu einer gereizten Grundstimmung geführt hatte. Die vor Gericht Beteiligten waren sich da jedenfalls einig.

    Das Spiel selbst wird als hitzig und aggressiv beschrieben. Während jedoch der Puderbacher Trainer von einer engagierten, aber fairen Spielweise seiner Mannschaft sprach und diesbezüglich vom Schiedsrichter bestätigt wurde, berichteten die Engerser – auch ihr nach dem Skandalkick sofort zurückgetretener Trainer – von vielen Provokationen, die über das bei solchen Spielen übliche Maß hinausgegangen seien.

    Gipfelpunkt sei eine Bemerkung von der Seitenlinie gewesen, „die Türken müsse man vergasen“. Das hatte, wie einer der Verteidiger kritisierte, zwar auch staatsanwaltliche Ermittlungen nach sich gezogen, war aber ergebnislos geblieben.

    Nachdem die Engerser zwei Rote Karten gesehen hatten, wurde die Partei vorzeitig abgebrochen. Für etliche FV-Spieler war die Auseinandersetzung damit aber nicht zu Ende. Sie rannten vor allem auf Puderbachs Nummer 10 zu und attackierten ihn. In den Tumulten schlug der Engerser Spielführer dem Puderbacher Trainer ins Gesicht und fügte ihm eine stark blutende Platzwunde zu. Außerdem rannte der Torwart des FV auf die zusammenstehenden Puderbacher zu und sprang mit einer Art Kung-Fu-Tritt in die Menge, traf dabei jedoch niemanden.

    Vor Gericht war von dieser Aggressivität nichts mehr zu spüren. Die drei Engerser Spieler zeigten sich geständig und entschuldigten sich mehrfach. Dass sie das auch ernst gemeint haben dürften, zeigte sich in einer Verhandlungspause, als sie die vor dem Saal wartenden Puderbacher Spieler (vom Richter unbeobachtet) per Handschlag begrüßten.

    Auch der Staatsanwalt attestierte den jungen Männern, die nun 18 und 19 Jahre alt sind, dass ihr Verhalten vor Gericht sowie ihre schulische Vita einen positiven Eindruck machten. Er zeigte sich daher überzeugt, dass das, was nicht hätte vorkommen dürfen, künftig auch nicht mehr vorkommen werde. Er forderte daher lediglich Verwarnungen und Sozialstunden (120/90/60).

    Dass Richter Michael Harwart mit seinem Urteil etwas milder blieb, begründete er mit den parallelen Sanktionen des Fußballverbandes. Während der Ex-Kapitän nach einem Jahr auf sein Urteil wartet und seither nicht mehr spielen durfte, saßen seine beiden Ex-Mannschaftskameraden eine zwei- beziehungsweise sechsmonatige Sperre ab.

    Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh 

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