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  • Genossenschaftsidee: Weltkulturerbetitel als Ehre für Raiffeisen

    Westerwald. Die Genossenschaftsidee gehört jetzt zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Dies hat das Internationale Komitee der Unesco im äthiopischen Addis Abeba bekannt gegeben. In Deutschland legten der in Hamm (Sieg) geborene Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch Mitte des 19. Jahrhunderts die Grundlagen für die heutige Genossenschaftspraxis.

    "Wir sind hocherfreut darüber und dankbar, dass auf diese Weise die Väter der Genossenschaften in Deutschland, Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, eine Würdigung erhalten - für die Grundlegung einer Idee, die heute mehr denn je von großer Relevanz ist. Allein in Deutschland sind mehr als 20 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert", sagte Josef Zolk, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft und ehemaliger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Flammersfeld im Kreis Altenkirchen. 

    Für Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung und Demokratie

    Es handelt sich um den ersten Vorschlag aus Deutschland zur Aufnahme in die "Repräsentative Liste", teilt die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft mit. 2015 hatte die deutsche Unesco-Vertretung ihre Nominierung mit dem Titel "Idee und Praxis der Organisation von gemeinsamen Interessen in Genossenschaften" eingereicht. "Genossenschaften orientieren sich an sozialen Werten und bauen auf ideellen Grundsätzen wie Solidarität, Ehrlichkeit, Verantwortung und Demokratie auf", hieß es damals als Begründung im Antrag. Für die Genossenschaftsidee spreche zudem das bürgerschaftliche Engagement im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich, und zwar jenseits von privaten und staatlichen Wirtschaftsformen. Die Unesco erklärte nun zur Aufnahme, dass eine Genossenschaft soziale, kulturelle und ökonomische Partizipation fördert. Mitglieder würden durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu Miteigentümern.

    800 Millionen Genossenschaftsmitglieder weltweit

    Weltweit beteiligen sich etwa 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in mehr als hundert Ländern an der Verbreitung des Wissens um diese Organisationsform. Seit dem Jahr 2014 ist die Genossenschaftsidee bereits im deutschen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen.

    Manfred Wilde vom Vorstand der Deutschen Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft freut sich ebenfalls über die Auszeichnung: "Mit der Aufnahme wird gleichermaßen das Erbe von Raiffeisen und Schultze-Delitzsch gewürdigt: das Konzept eines allen Interessenten offen stehenden, überkonfessionellen Modells der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung auf Grundlage von Kooperationen." Die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft hatten die Nominierung der Genossenschaftsidee für die Aufnahme in die Repräsentative Liste vorangetrieben.

    Die Aufnahme der Genossenschaftsidee in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit ist auch in der deutschen Genossenschaftsorganisation mit großer Freude aufgenommen worden. Der Vorstandsvorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands (RWGV), Ralf W. Barkey, sprach von einem "Festtag für die Genossenschaften". Der Genossenschaftsgedanke, sagte Barkey, wird durch die Entscheidung zusätzlichen Auftrieb erhalten.

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