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    NeuwiedGefängnis anstatt Praxis: Arzt aus Neuwied wegen Betrugs verurteilt

    Es gibt Menschen, die in schöner Regelmäßigkeit auf der Anklagebank des Neuwieder Amtsgerichts Platz nehmen müssen. Ein 54-jähriger Arzt aus Neuwied gehört zu diesen Stammkunden der Justiz. Erneut musste sich der Mann jetzt wegen Betrugs verantworten.

    Ein Neuwieder Arzt hat seine private Krankenversicherung um 5720 Euro geprellt.
    Ein Neuwieder Arzt hat seine private Krankenversicherung um 5720 Euro geprellt.
    Foto: Fotolia

    Die Quittung diesmal: sechs Monate und zwei Wochen Haft – ohne Bewährung. Eigentlich verdiente der Mann als Arzt ja recht gut, und seine Eigentumsverhältnisse waren beachtlich: Neben dem Praxisgebäude gehörten ihm vier Eigentumswohnungen. Und doch war der Mediziner offenbar notorisch klamm. Als es 2009 und 2010 mal wieder eng in der Kasse wurde, da griff er zu einem Trick, der ihm jetzt zum Verhängnis wurde: Er fälschte Rechnungen für ärztliche Behandlungen bei sich selbst, reichte diese Belege bei seiner privaten Krankenversicherung ein und strich dadurch insgesamt die ansehnliche Summe von 5720 Euro ein.

    Wie es genau zu diesen beiden üppigen Rechnungen gekommen ist, blieb auch nach der Gerichtsverhandlung im Dunkeln. Klar ist nur: Die Behandlungen – unter anderem Aderlass, diverse Infusionen, Eigenblutspenden und noch mehr – hat es nie gegeben. Offenbar hatte der Angeklagte leichtes Spiel bei seinem Betrugsunterfangen: Zu jener Zeit hatte er eine Ärztin aus dem Kreis Altenkirchen als Lebensgefährtin und wohl auch Zugang zu deren Computer. In unbeobachteten Momenten muss er sich an den Rechner gesetzt und die Fantasierechnungen dort hineingetippt haben, die er dann seiner Versicherung vorlegte. Die hegte naturgemäß keinen Zweifel und überwies brav die hohen Summen in den beiden Jahren.

    Die Ex-Freundin des Arztes war einigermaßen entsetzt über die Machenschaften ihres früheren Geliebten. Sie konnte dem Gericht nur bestätigen, dass sie bei ihm zwar eine Infusion gesetzt und ein EKG vorgenommen hatte, dafür aber weder Geld verlangt noch welches bekommen hatte.

    Inzwischen ist das ganze Lügengebäude, das der Allgemeinmediziner im Lauf der Jahre aufgebaut hat, Stück für Stück in sich zusammengebrochen. 2005 flog er wegen Abrechnungsbetrugs das erste Mal auf: Er hatte Leistungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet, die er nie erbracht hatte. Eine Freiheitsstrafe von 10 Monaten auf Bewährung war die Konsequenz. Kaum war die Bewährungszeit abgelaufen und die Strafe erlassen, kam er gleich wieder mit dem Gesetz in Konflikt und beging den Betrug, für den er nun beim Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Ihrlich sechs Monate kassierte.

    Und weil der Mann offensichtlich nicht klug wird, kam für Ihrlich auch keine Bewährung infrage: Die Haftstrafe muss er absitzen, wobei das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Richter Manfred Ihrlich attestierte dem Angeklagten daher auch „charakterlichen Mangel“. Da er allzu schnell wieder straffällig geworden sei, sei eine positive Sozialprognose ausgeschlossen. Und der Richter wies darauf hin, dass es für solche Straftaten in der Bevölkerung kein Verständnis gibt: „Wer so viel Geld verdient, muss damit auskommen können.“ (mp)

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