40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Experte fordert mehr Hilfe für Obdachlose auf dem Land
  • Aus unserem Archiv

    MainzExperte fordert mehr Hilfe für Obdachlose auf dem Land

    Der Winter steht an. Für manche ist das die Zeit, in der man es sich gemütlich macht, Glühwein genießt und auf Weihnachten freut. Für andere ist es die Zeit, in der es ums Überleben geht.

    Ein Obdachloser liegt im Schnee. Zum ihrem Schutz fordern Experten mehr Hilfsangebote auf dem Land.
    Ein Obdachloser liegt im Schnee. Zum ihrem Schutz fordern Experten mehr Hilfsangebote auf dem Land.
    Foto: DPA

    Mainz - Ob Kältebus, Teestube oder Schlafraum: Zum Schutz von Obdachlosen haben Experten mehr Hilfsangebote auf dem Land gefordert.

    In ländlichen Gegenden sei die Unterstützung für Menschen ohne Dach über dem Kopf oft schwierig, sagte Hermann Pfahler von der Evangelischen Obdachlosenhilfe in Deutschland. "Weil dort in der Regel das Netz noch sehr, sehr weit ist."

    An eisigen Wintertagen versorgten in Großstädten oft Kältebusse die Obdachlosen. "In den kleinen Städten wird es nicht möglich sein, so etwas zu finanzieren", sagte Pfahler. Stattdessen müssten Kommunen mit Kreativität nach günstigen Alternativen suchen.

    Die Evangelische Obdachlosenhilfe tagt vom 3. November an in Mainz. Rund 300 Menschen werden zu der dreitägigen Bundestagung in der Domstadt erwartet. Unter dem Motto "Bürger oder Bettler" wollen sie über den Umgang mit Obdachlosen in der Gesellschaft diskutieren.

    Häufig müssten Betroffene mit Beschimpfungen und Vorhaltungen leben, mahnte Pfahler. "Ihre Schwächen kennen sie selbst, weil sie versagt haben." Stattdessen seien ein Umgang auf Augenhöhe und praktische Unterstützung nötig. Der kommende Winter ist für Obdachlose die härteste Zeit. Im vergangenen Jahr erfroren bundesweit mehr als ein Dutzend Menschen auf den Straßen, wie Pfahler berichtet. "Das gilt es zu verhindern."

    Kleinere Städten und Gemeinden könnten etwa einen Raum zum Übernachten öffnen. Wer keine solche Stube einrichten könne, sollte Obdachlosen den Weg in eine andere Stadt erleichtern. "Es muss Transportmöglichkeiten oder Fahrscheine geben", forderte Pfahler. Denkbar seien auch Verträge mit Taxifahrern. "Da gibt es vielfältige Möglichkeiten. Und privat kann jeder etwas machen."

    Wer helfen wolle, könne Geld oder Gegenstände spenden. "Was immer gebraucht wird ist Kleidung, besonders für Männer", sagte Pfahler, der Mitglied im Vorstand der Evangelischen Wohnungslosenhilfe ist. Wichtig seien Jacken, Handschuhe oder auch Unterwäsche. "Der Unterwäscheverschleiß ist groß, wenn man die Dusche nur öffentlich hat." Zudem rät der Experte, Hilfe zu rufen, wenn man in kalten Nächten Obdachlose auf der Straße entdecke. "Notfalls ist es die 110."

    Julia Kilian

    Rheinland-Pfalz
    Meistgelesene Artikel
    epaper-startseite
    Anzeige
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Donnerstag

    19°C - 28°C
    Freitag

    12°C - 24°C
    Samstag

    12°C - 20°C
    Sonntag

    12°C - 20°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!