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    Die Kinder-Uni ist an den Hochschulen ein voller Erfolg

    Professoren und Hochschuldozenten erklären den Jüngsten die Welt: Seit 2004 ist in Rheinland-Pfalz ein Netz von Kinder-Unis entstanden. Steigt langfristig die Akademikerquote im Land?

    2011 haben landesweit rund 7300 Schüler die etwa 200 Veranstaltungen der Kinder-Uni besucht.
    2011 haben landesweit rund 7300 Schüler die etwa 200 Veranstaltungen der Kinder-Uni besucht.
    Foto: Annette Hoppen

    Rheinland-Pfalz. Viele Hundert Kindermünder stehen offen. Denn Holger Tost kurbelt an einer "Influenz-Maschine", bis kleine Blitze hervorzucken. Wie entstehen Gewitter? Warum dröhnt der Donner erst nach dem Blitz? Wie kann ich mich schützen? Fragen über Fragen, die der promovierte Meteorologe im größten Hörsaal der Mainzer Universität beantwortet.

    Kinder-Uni in Rheinland-Pfalz: Das Programm an den vier Universitäten und sieben Fachhochschulen stößt auf großes Interesse. "Wir hatten schon mehr als 1000 Kinder hier. Die Leute kommen aus Frankfurt, Koblenz, Trier und Luxemburg hierher", berichtet etwa der Veranstaltungsmanager der Mainzer Kinder-Uni, Stefan Schmidt.

    Auch Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) spricht von "vielen begeisterten Reaktionen". 2011 haben landesweit rund 7300 Schüler die etwa 200 Veranstaltungen der Kinder-Uni besucht. Diese bietet Vorlesungen, Seminare, Workshops und deckt viele Fächer ab. Sogar Medizin, Ernährungswissenschaft und Angewandte Logistik gehören dazu.

    Die Verantwortlichen blicken weit in die Zukunft: "Unser Ziel ist, die Hemmschwelle niedrig zu setzen, damit wir viele Kinder begeistern und später noch mehr Hochschulabgänger haben", sagt Schmidt. "International gesehen ist die deutsche Akademikerquote immer noch niedrig."

    Meteorologe Tost könnte dazu beitragen, den Nachwuchs für die Wissenschaft zu gewinnen. Er fragt die Kinderschar: "Sind alle Blitze gleich stark?" "Nein!", ertönt es vielstimmig. Der Dozent zeigt Bilder verschiedener Blitze: "Man kann nicht vorhersagen, wie sie verlaufen." Währenddessen müssen die Eltern im Foyer bleiben - sie passen nicht mehr in den Hörsaal. Kaffee trinkend verfolgen sie eine Übertragung der Vorlesung "Potz, Blitz und Donner!". "Wir wollen unsere Kinder ein bisschen fördern. Das hier ist mit den Experimenten interessant gemacht", sagt Florin Spataru aus Worms. Drinnen sitzen seine Drillinge. Seine Frau Nadia ergänzt: "Wir haben selbst studiert und wollen unseren Jungs zeigen, was eine Uni ist."

    2004 hat Rheinland-Pfalz als erstes Bundesland flächendeckend die Kinder-Uni angeboten. Ministerin Ahnen versichert, die Dozenten täten alles, "damit sich die Kinder für manchmal auch schwierige Themen interessieren".

    Der Meteorologe Tost sagt: "Es ist eine Herausforderung, die Vorlesung immer spannend für Kinder zu halten, ohne in den wissenschaftlichen Jargon abzuschweifen. Ich versuche, immer bewegte Bilder und Experimente einzubauen." Veranstaltungsmanager Schmidt weiß: "Eine Kindervorlesung ist gut für den Lebenslauf. Es hat hier sogar schon Dozenten gegeben, die deshalb einen Ruf an eine andere Universität bekommen haben."

    Kinder-Uni nur für den Nachwuchs des Bildungsbürgertums? Nein, versichert Schmidt. "Wir wollen auch bildungsferne Kinder begeistern. Inzwischen veranstalten wir auch in Grundschulen der Mainzer Neustadt eine Kinder-Uni vor Ort."

    All diese Angebote richten sich vornehmlich an Acht- bis Zwölfjährige. Insgesamt bekommen die Hochschulen dafür jährlich 500 000 Euro. So gibt es ab der Mittelstufe wissenschaftliche Schnupperkurse für Schüler. Mädchen und Jungen der Oberstufe können zusätzlich spezielle Ferienkurse besuchen. Besonders begabten Oberschülern steht zudem ein "Frühstudium" offen: Sie können nebenbei schon Vorlesungen und Seminare an Hochschulen besuchen und sie für ihr späteres Studium anerkennen lassen.

    Blitzexperte Tost beendet seine Vorlesung - hat aber noch keine Ruhe. Dutzende Kinder bilden brav eine Schlange und bestürmen ihn mit weiteren Fragen. Die kleine Mainzerin Katharina Paeschke will wissen: "Kann ein Blitz in ein Cabrio einschlagen, wenn das Verdeck zu ist?"

    Rheinland-Pfalz
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